94,2 Prozent Zustimmung Gabriel zum neuen SPD-Chef gewählt

Sigmar Gabriel ist am Freitag mit einem überwältigenden Ergebnis zum neuen SPD-Vorsitzenden gewählt worden. Er erhielt auf dem Parteitag in Dresden 472 von 501 gültigen Delegierten-Stimmen. Das ist eine Zustimmung von 94,2 Prozent. Anschließend wurden die vier Stellvertreter Gabriels und die neue Generalsekretärin Andrea Nahles gewählt.

Dresden - Gabriel hatte zuvor eine kämpferische Rede gehalten und offensichtlich etliche Vorbehalte bei den Delegierten gegen seine Kandidatur ausräumen können. Er rief die Sozialdemokraten zur Geschlossenheit und zu einem Neuanfang auf. Sie sollten die Deutungshoheit im Lande wieder zurückerobern. Nur wer die Deutungshoheit habe, stehe in der politischen Mitte.

Gabriel ist Nachfolger von Franz Müntefering. Dieser hatte am Vormittag in seiner Abschiedsrede Fehler eingeräumt und das Desaster bei der Bundestagswahl am 27. September als "selbst verschuldet" bezeichnet. Einen Bruch mit der Agenda-Politik von Kanzler Gerhard Schröder lehnte er jedoch ab. In der Aussprache rechneten viele Delegierte mit der Führung ab und kritisierten deren Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, insbesondere die Rente mit 67.

Nach der Wahl Gabriels zum Parteichef ist Andrea Nahles am Freitag zur neuen SPD-Generalsekretärin gewählt worden. Sie erhielt auf dem Parteitag in Dresden 355 von 510 gültigen Delegierten-Stimmen - eine Zustimmung von 69,6 Prozent.

Außerdem hat die SPD vier neue stellvertretende Vorsitzende. Auf dem Parteitag in Dresden erhielten der frühere Arbeitsminister Olaf Scholz am Freitag 85,7 Prozent, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit 89,6 Prozent, die nordrhein-westfälische SPD-Chefin Hannelore Kraft 90,2 Prozent und Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Manuela Schwesig 87,8 Prozent. Der Parteitag hatte zuvor per Satzungsänderung die Zahl der Stellvertreter von drei auf vier erhöht.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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