SEC Neuer Insiderskandal an der Wall Street

Mehr als acht Millionen Dollar soll sich der frühere Finanzvorstand eines kalifornischen Finanzinvestors durch Insiderhandel erschwindelt haben. Jetzt geraten er und seine Komplizen ins Visier der Börsenaufsicht SEC. Erst vor wenigen Wochen war mit Raj Rajaratnam der bislang größte Fall von Insiderhandel aufgeflogen.

Die Geschäfte liefen gut für Chen Tang im vergangenen Jahr: 1,2 Millionen Dollar Gewinn machten der frühere Finanzvorstand eines kalifornischen Beteiligungsunternehmens und drei seiner Freunde, als diese auf fallende Kurse des Hausaustatters Tempur-Pedic International wetteten.

Sache lief nur offenbar alles andere als sauber ab. Der 39-jährige Tang sei damals als Finanzvorstand gut informiert gewesen und habe frühzeitig gewusst, dass Tempur-Pedic International schlechte Quartalszahlen vermelden würde, heißt es bei der SEC. Als er die Information hatte, reichte er sie demnach an seine Freunde weiter, die an der Börse auf fallende Kurse des Unternehmens wetteten.

Dies soll nur ein Fall sein, in dem sich Tang durch sein Insiderwissen Geld erschwindelt haben soll. Die US-Börsenaufsicht SEC wirft Tang Insiderhandel in mehreren Fällen vor - und hat den 39-Jährigen verklagt. Mehr als acht Millionen Dollar soll er sich zusammen mit seinen Komplizen erschwindelt haben. In die illegalen Geschäfte sollen auch sein Bruder und sein Schwager verwickelt sein, der damals als Finanzvorstand eines Hedgefonds gearbeitet hat.

Als Finanzvorstand habe Tang über sensible und hochvertrauliche Informationen verfügt, sagte Rose Romero von der US-Börsenaufsicht. Tang habe das ihm entgegengebrachte Vertrauen missbraucht, "um enorme illegale Profite zu erzielen". Michael Celio, Anwalt von Tangs Schwager Ronald Yee, sagte, dass sein Mandant die Vorwürfe zurückweise. Yee bestreite, dass er gegen das Gesetz verstoßen habe und werde die Vorwürfe entschieden zurückweisen.

Erst vor wenigen Wochen war der wohl größte Fall von Insiderskandal in der Geschichte der Wall-Street aufgeflogen: Der Hedgefonds-Gründer Raj Rajaratnam soll sich mindestens 20 Millionen Dollar erschwindelt haben.

manager magazin.de / SPIEGEL Online