Siemens Sicherheitschef räumt Posten

Der Elektrokonzern Siemens trennt sich von seinem Sicherheitschef. Der frühere österreichische Terrorbekämpfer Gert-René Polli war erst seit einem knappen Jahr auf diesem Posten. Über seine Nachfolge wird bereits spekuliert.

München - Gert-René Polli habe schon vor einigen Wochen einen Aufhebungsvertrag unterschrieben, sagte ein Siemens-Sprecher und bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Financial Times Deutschland" (Donnerstag). Der Zeitung zufolge spielen politische Gründe eine Rolle bei der Absetzung. Siemens habe dies nicht kommentieren wollen. Ein Sprecher habe betont, dass die Trennung "einvernehmlich" erfolgt sei.

Wer die Nachfolge antreten werde, sei noch nicht bekannt. "Wir sind mit möglichen Nachfolgern in fortgeschrittenen Verhandlungen", sagte der Siemens-Sprecher. Die Berufung Pollis, ehemaliger Leiter des österreichischen Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), hatte Kritik ausgelöst. Er trat damals die Nachfolge von Norbert Wolf an, der über fast Jahrzehnte diese Position innehatte.

Erst vor einem Jahr hatte Konzernchef Peter Löscher Polli für den Posten angeheuert. Der Posten "Leiter der Konzernsicherheit" ist eine Schlüsselposition in jedem Konzern. Die Aufgabe des Managers ist es, Sicherheitsrisiken wie Geheimnisverrat, Entführungen oder Anschlägen vorzubeugen. Der Zeitung zufolge wird nun in der Branche diskutiert, ob der ehemalige Sicherheitschef Norbert Wolf übergangsweise in seinen alten Job zurückkehren werde. Er genieße einen ausgezeichneten Ruf.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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