Französischer Notenbankchef Noyer bleibt weitere sechs Jahre

Der französische Zentralbankchef, Christian Noyer, bleibt für weitere sechs Jahre im Amt. Der 59-Jährige hatte die Leitung der Zentralbank im November 2003 von Jean-Claude Trichet übernommen. Noyer war von 1998 bis 2002 stellvertretender Chef der Europäischen Zentralbank.

Paris - Der französische Notenbankchef Christian Noyer bleibt weitere sechs Jahre an der Spitze des Instituts. Präsident Nicolas Sarkozy habe Noyer für eine zweite Amtszeit ernannt, teilte ein Regierungssprecher nach der Kabinettssitzung am Mittwoch in Paris mit. Der 59-jährige Notenbanker hat Sitz und Stimme im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB), der die Zinspolitik im Euroraum steuert.

Noyer wird von Sarkozy als Krisenmanager geschätzt, der mit dazu beigetragen hat, dass die französischen Banken die globalen Finanzturbulenzen relativ unbeschadet überstanden haben. Seine Ernennung für eine zweite Amtszeit galt als reine Formsache.

Nach seiner Ernennung machte Noyer deutlich, dass es derzeit keine Notwendigkeit für eine Erhöhung des Leitzinses durch die EZB gibt. "Für diesen Moment gibt es nichts, was dies rechtfertigen würde", sagte Noyer der Zeitung "Les Echos". Die Prognosen für die Inflation in der Eurozone beliefen sich für kommendes Jahr auf 1,2 Prozent und lägen damit deutlich unter dem EZB-Ziel von 2,0 Prozent. Derzeit liegt der Leitzins bei historisch niedrigen 1,0 Prozent.

Noyer fügte hinzu, dass es zu früh sei, um etwas an der Politik des billigen Geldes zu ändern. Die massive Bereitstellung von Liquidität müsse zunächst beibehalten werden.

Bezüglich der derzeitigen Stärke des Euro sagte Noyer, dass dies nicht das Problem sei. "Der Euro ist nicht sonderlich stark im Vergleich zum Yen, dem Schweizer Franken, dem Kanadischen oder Australischen Dollar oder verschiedenen anderen Währungen", sagte Noyer. Das wirkliche Problem auf dem ausländischen Devisenmarkt sei, dass die Währungen von aufstrebenden Handelsmächten durch Beschränkungen bei den Kapitalbewegungen niedrig gehalten würden.

manager-magazin.de mit Material von afp

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