US-Insiderskandal Vorwürfe gegen Ex-AMD-Chef Ruiz

Im bislang größten Fall von Insiderhandel bei Hedgefonds ist einem Pressebericht zufolge der Ex-Chef des US-Chipherstellers AMD unter den Beschuldigten. Die Ermittler werfen Hector Ruiz vor, er habe einer Managerin eines der beteiligten Fonds 2008 brisante Informationen über sein Unternehmen zugänglich gemacht.

San Francisco - Im spektakulären Insider-Skandal an der Wall Street soll auch der frühere Chef des US-Chipkonzerns Advanced Micro Devices  (AMD), Hector Ruiz, einem Pressebericht zufolge eine Rolle gespielt haben. Der Topmanager sei ein Informant für die illegalen Aktiengeschäfte gewesen, berichtete das "Wall Street Journal" am Dienstagabend (Ortszeit) im Internet.

Ruiz werde aber in dem Verfahren nicht selbst beschuldigt. Er wäre der bisher hochrangigste Name in der Affäre. Auf Anfrage der Zeitung wollte er sich nicht äußern. AMD erklärte, die Situation nach dem Zeitungsbericht genau zu prüfen. Dem Unternehmen seien aber keine strafrechtlichen Vorwürfe gegen derzeitige oder frühere Mitarbeiter bekannt.

AMD hatte seine Werke etwa in Dresden in eine eigene Firma ausgegliedert. Ruiz ist derzeit Verwaltungsratschef dieses neuen Unternehmens mit dem Namen Globalfoundries. Ein Globalfoundries-Sprecher gab an, das Unternehmen sei im Zusammenhang mit dem Fall nicht von Regierungsstellen angesprochen worden.

In der wohl größten Insider-Affäre eines US-Hedgefonds hatten die Behörden vor knapp zwei Wochen den Finanzmanager Raj Rajaratnam und fünf angebliche Komplizen festgenommen. Der in Sri Lanka geborene Rajaratnam ist gegen eine Kaution von 100 Millionen Dollar auf freiem Fuß. Seinen Hedgefonds Galleon Group löst er gerade auf.

Zwei konkret verdächtigte Manager der IT-Konzerne IBM  und Intel  wurden von ihren Konzernen bereits beurlaubt. Sie sollen durch vertrauliche Informationen unerlaubt Aktiengewinne von 20 Millionen Dollar (14 Millionen Euro) erzielt haben. Sämtliche Beschuldigte bestreiten die Vorwürfe.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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