UBS Merrill-Manager soll US-Geschäft sanieren

Robert McCann ist neuer Leiter der UBS-Sparte Vermögensverwaltung in Amerika. Der 51-jährige Banker kommt von Merrill Lynch und ersetzt Marten Hoekstra. Sein neuer Wirkungsbereich ist seit dem Steuerstreit mit dem amerikanischen Justizministerium schwer angeschlagen.

Zürich - Die Schweizer Großbank UBS  hat den vom Konkurrenten Merrill Lynch  kommenden Bankveteranen Robert McCann zum Leiter ihres amerikanischen Vermögensverwaltungsgeschäfts ernannt. Der Bereich, der sich im Konzern nie besonders gut rentierte, ist seit dem Steuerstreit mit dem amerikanischen Justizministerium angeschlagen. McCann soll nun den Vertrauensschaden beheben und den Bereich wieder in die Gewinnzone führen.

Spekulationen, er sei nur eingestellt worden, um Wealth Management Americas auf einen Verkauf hinzutrimmen, wies McCann zurück. Dann hätte er die Stelle nicht angenommen, betonte er am Dienstag. Der 51 Jahre alte Banker ersetzt Marten Hoekstra, der den Konzern verlässt. McCann war 26 Jahre lang bei Merrill Lynch wo er zuletzt für das Globale Wealth Management zuständig war. Im Januar 2009 war er bei Merrill Lynch ausgeschieden.

Nicht alle Analysten sind davon überzeugt, dass alles beim Alten bleibt. Möglicherweise werde der Geschäftsbereich als unabhängiges Unternehmen ausgegliedert, vermutet die Vontobel-Bankenanalystin Teresa Nielsen. UBS-Konzernchef Oswald Grübel hatte bereits vor einigen Jahren - damals als Chef von Credit Suisse  - die CS-Tochter Winterthur erst durch einen neuen Chef restrukturieren lassen und dann wieder abgestoßen, da sie in seinen Augen nicht zum Konzern passte.

Die UBS-Sparte Wealth Management Americas, die die Bank im Jahr 2000 mit der Übernahme des Brokers Paine Webber für zehn Milliarden Dollar entscheidend vergrößert hatte, verwaltet mit knapp 8000 Beratern Vermögen von 460 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal kam es zu einem Netto-Geldabfluss von 5,8 Milliarden Franken. Es lief ein Vorsteuerverlust von 221 Millionen Franken auf nach einem Minus von mehr als 700 Millionen Franken in 2008.

Wie er seine neuen Aufgaben angehen will, wollte McCann vorerst nur sehr allgemein beschreiben. Es strebe flexiblere und kostengünstigere Strukturen an, sagte er. Genaueres werde er im ersten Quartal 2010 sagen können. Konzernchef Oswald Grübel erklärte, McCanns Ernennung solle helfen, den Marktanteil in dem rund 20 Billionen Dollar großen US-Markt zu erhöhen und die Profitabilität zu verbessern.

Die Ernennung eines neuen Chefs ändere nichts daran, dass das US-Wealth Management der UBS vor großen strategischen Herausforderungen stehe, erklärte Helvea-Analyst Peter Thorne. An der Börse tendierte die UBS-Aktie ebenso wie andere Bankentitel schwächer.

manager-magazin.de mit Material von reuters

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.