Sonntag, 18. August 2019

Anton Schlecker Vom Metzgermeister zum Milliardär

Anton Schlecker ist ein erfolgreicher Unternehmer: Zurückgezogen und schwerreich lebt er zusammen mit seiner Frau Christa am Rand von Baden-Württemberg. Mit seinen Drogeriemärkten ist er überall präsent, doch Schlecker selbst meidet die Öffentlichkeit. Am Mittwoch wird der Selfmade-Milliardär 65 Jahre alt.

Ehingen - Anton Schlecker gibt so gut wie nie Interviews und lässt sich auch nicht gerne fotografieren. Dabei schaffte der Unternehmer den Aufstieg vom jüngsten Metzgermeister Deutschlands zum Eigentümer einer Drogeriekette mit Milliardenumsatz. Am kommenden Mittwoch wird Schlecker 65 Jahre alt.

Mag bunte Hemden: Drogerie-Gründer Schlecker
Im Alter von 21 Jahren trat Schlecker 1965 in das von seinem Vater gegründete Unternehmen ein. Noch im gleichen Jahr errichtete er am Konzernsitz in Ehingen (Alb-Donau-Kreis) das erste Selbstbedienungswarenhaus. Als die Preisbindung 1974 wegfiel, erkannte Schlecker die Chance von Discountmärkten. Und so eröffnete er 1975 in Kirchheim bei Stuttgart seinen ersten Drogeriemarkt.

Heute leitet er gemeinsam mit seiner Frau Christa einen Konzern, der rund 50.000 Mitarbeiter beschäftigt. Statistisch gesehen gibt es alle drei Kilometer einen Schlecker-Markt in Deutschland. Europaweit zählt der Konzern rund 14.000 Filialen. Mit seinen Schlecker-Märkten erzielte er im vergangenen Jahr einen Umsatz von 7,42 Milliarden Euro.

Doch der Erfolg soll bröckeln. Zwar ist Schlecker noch immer Marktführer in Europa, gefolgt von Drogeriediscounter DM mit 4,71 Milliarden Euro Umsatz und Rossmann mit 3,85 Milliarden Euro Erlös. Doch einer Studie des Instituts für Bildungs- und Sozialpolitik der Fachhochschule Koblenz zufolge befindet sich Schlecker seit Jahren im Sinkflug. In Deutschland machte Schlecker im vergangenen Geschäftsjahr nach Gewerkschaftsangaben rund 52 Millionen Euro Verlust. Der Grund: Der deutsche Drogeriemarkt ist hart umkämpft. DM und Rossmann nehmen Schlecker seit Jahren in die Zange.

Anton Schlecker versucht derzeit, sich dem Expansionsdruck durch die Konkurrenten mit neuen, größeren Filialen entgegenzustellen - und erntet dafür Kritik von der Gewerkschaft. In den Augen der Gewerkschafter will Schlecker, dem immer wieder Knauserigkeit und ein ausgeprägter Kontrolldrang vorgeworfen werden, mit seinen neuen Großfilialen vor allem eines: Die Löhne drücken.

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