Rainer Brüderle Traumjob kurz vor der Rente

Für Rainer Brüderle war es die allerletzte Chance. Seit elf Jahren sitzt der rheinland-pfälzische FDP-Vorsitzende nun schon im Bundestag, und mindestens ebenso lange werden ihm schon Ambitionen auf das Amt des Bundeswirtschaftsministers nachgesagt.

Berlin/Mainz - Vielen galt er schon als tragische Figur: zu Hause in Mainz der unumstrittene starke Mann der FDP, doch in Berlin immer nur die Nummer zwei hinter Guido Westerwelle.

Doch nun hat sich Brüderles Beharrlichkeit doch noch ausgezahlt: "Mister Mittelstand", wie er sich gerne nennen lässt, kann sein liberales Credo nun als Bundeswirtschaftsminister auch in praktische Politik umsetzen.

Geboren 1945 in Berlin, wuchs Brüderle im südpfälzischen Landau auf, bevor er in Mainz studierte und dort 1971 sein Diplom als Volkswirt ablegte. Seine politische Karriere begann er in der Mainzer Stadtverwaltung. Parallel dazu wurde Brüderle 1983 erstmals zum Landesvorsitzenden der rheinland-pfälzischen FDP gewählt - zu einem Zeitpunkt, als die Partei noch nicht einmal im Landtag vertreten war.

Das änderte sich bei der Landtagswahl 1987, als Brüderle die Liberalen direkt in die damalige Regierung mit CDU führte. Brüderle selbst wurde Wirtschaftsminister, ein Amt, das er auch nach dem Koalitionswechsel zur SPD 1991 behielt. 1994, unter SPD-Ministerpräsident Kurt Beck, kam dann der Aufstieg zum "Superminister" für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau - es war die Hochphase des Rainer Brüderle.

Legendär sind bis heute einige seiner PR-Auftritte: Das gilt vor allem für das Weltrekord-Foto mit 1368 Weinköniginnen, aber auch für seinen Auftritt in der Harald-Schmidt-Show im Mai 2002: Unter dem Motto "Saufen mit Brüderle" warb er damals für rheinland-pfälzischen Wein.

manager-magazin.de mit Material von ddp

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