Koalitionspoker Schäuble soll Finanzminister werden

Große Überraschung bei der Zusammensetzung der neuen Regierung: Nach Agenturberichten soll der bisherige Innenminister Wolfgang Schäuble neuer Finanzminister werden. Seinen Posten könnte Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg übernehmen, für den FDP-Politiker Rainer Brüderle nachrückt.

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel will nach Angaben aus Koalitionskreisen den bisherigen Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) als neuen Bundesfinanzminister. Das verlautete am Freitag am Rande der Koalitionsverhandlungen von CDU, CSU und FDP in Berlin. Wie es in den Kreisen weiter hieß, wurde dies am Donnerstagabend unter den drei Parteivorsitzenden so besprochen.

Bislang galt Kanzleramtsminister Thomas de Maiziere als Merkels Favorit für das Finanzministerium. Dieser bleibe als enger Vertrauter der Kanzlerin künftig entweder Kanzleramtschef, werde aber möglicherweise auch noch eine andere hochrangige Aufgabe wahrnehmen, hieß es.

Im Gegenzug ist der aktuelle Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) als Schäuble-Nachfolger im Innenressort im Gespräch. Diese Personalie sei allerdings noch nicht entschieden. FDP-Vize Rainer Brüderle könnte dann ins Bundeswirtschaftsministerium einziehen.

Über Schäubles Wechsel hatte auch die "Rheinische Post" berichtet. Der erfahrene Politiker Schäuble, der Wirtschaftsjurist ist, hatte sich in der Vergangenheit auch in der Finanzpolitik einen Namen gemacht. Die Gespräche zwischen Union und FDP über die Besetzung der Ministerien dauern aber noch an. Inhaltlich sind noch wichtige Fragen vor allem in der Finanzierung offen. In der Gesundheitspolitik haben die Koalitionäre sich auf ein neues Modell geeinigt, das mittelfristig den Gesundheitsfonds ablösen soll.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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