Gigaset Arques-Mann übernimmt Führung

Gut ein Jahr nach der Übernahme der früheren Siemens-Sparte Gigaset hat die Beteiligungsgesellschaft Arques zwei Geschäftsführer vor die Tür gesetzt. Künftig führt Arques-Manager Michael Hütten die Geschäfte der wichtigsten Tochtergesellschaft.

München - Die Beteiligungsfirma Arques Industries  entmachtet die Geschäftsführung des Telefonherstellers Gigaset. Uwe Dombrowski und Andreas Schleicher verlassen das Unternehmen, teilte Gigaset Communications am Donnerstag mit.

Michael Hütten werde künftig die Tochtergesellschaft führen. Der bisherige Chef der früheren Siemens-Telefonsparte, José Costa e Silva, kümmere sich künftig um das weltweite Tagesgeschäft und Vertrieb, Hütten vorwiegend um Strategie und Restrukturierung.

Hütten bleibt im Arques-Vorstand zuständig für die Sanierung der Beteiligungen. Ein Arques-Sprecher sagte, mit der zusätzlichen Aufgabe bei Gigaset solle der Umbau beschleunigt werden. Gigaset ist für Arques die wichtigste Tochter. "Die Restrukturierung soll spätestens in einem Jahr abgeschlossen sein", kündigte Hütten an. Siemens  hält noch knapp ein Fünftel an Deutschlands größtem Anbieter von Schnurlostelefonen.

Die beiden Eigentümer verhandeln derzeit über die Zukunft von Gigaset. Mit Arques war die Tochter, die im Zuge der Sanierung mehrere hundert Stellen abbaut, zuletzt über die Finanzen in Streit geraten. Im Gegensatz zu Arques hatte sich Siemens zufrieden über den Sanierungsfortschritt geäußert. Der Technologiekonzern bezahlt im Wesentlichen die Lasten aus dem Stellenabbau und hat dafür einen Finanzrahmen von 20 Millionen Euro bereitgestellt, der zum Teil schon in Anspruch genommen wurde. Vor gut einem Jahr hatte Siemens die Telefongerätetochter an Arques verkauft.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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