Siemens-Schmiergeldskandal Von Pierer soll büßen

Die Staatsanwaltschaft München will im Schmiergeldskandal bei Siemens nach einem Pressebericht einen Bußgeldbescheid gegen den ehemaligen Vorstandschef Heinrich von Pierer erlassen. Ihm wird die Verletzung seiner Amtspflichten vorgeworfen. Das Verfahren gegen seinen Nachfolger Klaus Kleinfeld soll dagegen eingestellt werden.

München - Der ehemalige Vorstandschef Heinrich von Pierer soll nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) ein Bußgeld zahlen. Der Konzern habe von der Staatsanwaltschaft München "eindeutige Signale" über den Stand der Bußgeldverfahren gegen sieben frühere Vorstandsmitglieder erhalten, berichtet die Zeitung in ihrer Freitagsausgabe unter Berufung auf Angaben aus Unternehmenskreisen und aus dem Aufsichtsrat von Siemens . Die Staatsanwaltschaft wolle einen Bußgeldbescheid erlassen, der maximal eine Million Euro betragen könne.

Von Pierer solle zahlen, weil er seine Amtspflichten verletzt und damit eine Ordnungswidrigkeit begangen habe. Er habe die Geschäfte des Unternehmens nicht genau genug geprüft, laute der Vorwurf. Dadurch seien Bestechungen in fast allen Erdteilen möglich gewesen, um an lukrative Aufträge für den Bau von Kraftwerken und für andere Projekte zu gelangen. Pierer selbst weist weiterhin alle Vorwürfe zurück. Die Staatsanwaltschaft wollte sich am Donnerstag auf Anfrage der "SZ" nicht äußern.

Das Bußgeldverfahren gegen von Pierers Nachfolger Klaus Kleinfeld soll dagegen mangels Schuld eingestellt werden. Kleinfeld hatte Anfang 2005 den Vorstandsvorsitz bei Siemens von Pierer übernommen und war Mitte 2007 vorzeitig ausgeschieden. Die weltweiten Schmiergeldsysteme im Konzern, die seit Jahrzehnten bestanden hatten, waren Ende 2006 von der Münchner Staatsanwaltschaft aufgedeckt worden

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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