Commerzbank Ex-Banker scheitern mit Boni-Klage

Ehemalige Händler der Dresdner Bank sind mit ihren Klagen gegen die Commerzbank gescheitert. Das zuständige Gericht hat die Klagen von 13 ehemaligen Investmentbankern der Dresdner Bank auf Bonuszahlungen in Millionenhöhe zurückgewiesen. Die wollen sich damit aber offenbar nicht zufriedengeben.
Von Ulric Papendick

Frankfurt am Main - Die Commerzbank  hat in ihrem Dauerstreit mit ehemaligen Investmentbankern der Dresdner Bank einen Teilerfolg errungen: Nach Informationen von manager-magazin.de wies das Arbeitsgericht Frankfurt die Klagen von 13 früheren Mitarbeitern der Dresdner Bank auf Bonuszahlungen in Millionenhöhe zurück.

Die 13 Kläger, ehemalige Händler und Investmentbanker der Dresdner Bank, verlangten von der Commerzbank die Zahlung ausstehender Boni von mehreren Millionen Euro. Sie hatten von ihrem früheren Arbeitgeber im Dezember 2008 eine schriftliche Zusage bekommen, für das vergangene Jahr Bonuszahlungen in einer bestimmten Höhe zu erhalten. Der höchste zugesagte Bonus im aktuellen Prozess lag bei 450.000 Euro.

Die Dresdner Bank hatte sich in dem Schreiben jedoch zugleich vorbehalten, die Höhe der Boni anzupassen, wenn sich das Ergebnis der Bank verschlechtern sollte. Als sich abzeichnete, dass die Bank das vergangene Jahr mit einem Milliardenverlust abschließen würde, zahlte die Bank nur rund 10 Prozent der vereinbarten Boni aus. Die Investmentbanker verklagten die Commerzbank als Rechtsnachfolgerin der Dresdner daraufhin auf Auszahlung der vollen zugesagten Summe. Das Gericht wies dies jedoch zurück, offenbar unter Verweis auf den in dem Schreiben enthaltenen Vorbehalt. Es ist davon auszugehen, dass die Kläger in Berufung gehen, heißt es in informierten Kreisen.

Am Donnerstag vergangener Woche hatte der frühere Leiter der Handelsabteilung der Dresdner Bank in London, Jens-Peter Neumann, die Commerzbank per Gerichtsentscheid zur Zahlung von 1,5 Millionen Euro Abfindung gezwungen. Zuvor hatte der Banker bereits eine "Halteprämie" von drei Millionen Euro kassiert. Neumanns Global-Markets-Abteilung hatte 2008 einen Verlust von 5,7 Milliarden Euro verursacht.

Anders als die heute vor Gericht unterlegenen Kläger gehörte Neumann dem Leitungsgremium der Investmentbank Dresdner Kleinwort an. Diesen Mitgliedern des Group Executive Committee hatte die Bank die Bonuszahlungen ohne Vorbehalte garantiert.

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