Donnerstag, 20. Juni 2019

Ex-Wadan-Werft Russe übernimmt Geschäftsführung

Witalij Jussufow stieg im Sommer dieses Jahres bei der Ex-Wadan-Werft ein. Obwohl er bisher keinerlei Erfahrung im Schiffbau hat, will der Sohn des ehemaligen russischen Energieministers und Gazprom-Aufsichtsrats Igor Jussufow die Werft nun selber führen.

Hamburg - Der neue russische Wadan-Investor, Witalij Jussufow, führt die kriselnde Werft in Zukunft selbst. Dies berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die ab Freitag (23. Oktober) im Handel erhältlich ist. "Ich bin überzeugt, dass wir langfristig profitabel arbeiten können. Um das sicherzustellen, habe ich auch die Geschäftsführung übernommen", sagte der 29-jährige Russe im Gespräch mit manager magazin.

Eigenarbeit: Investor Jussufow will die Werften in Wismar und Warnemünde selbst leiten
Die inzwischen in Nordic Yards umbenannte Werft mit Standorten in Wismar und in Warnemünde werde sich fortan auf den margenstarken Spezialschiffbau sowie Offshore-Anlagen konzentrieren. Das bisher überwiegende Containerschiffgeschäft sei indes ein Auslaufmodell.

Jussufow, Sohn des ehemaligen russischen Energieministers und Gazprom-Aufsichtsrats Igor Jussufow, sucht zudem nach Produktionspartnern in Russland, um Kosten zu sparen: "Wir sind an Produktionskooperationen mit russischen Werften interessiert - sei es als Joint Venture, Subunternehmer oder nur projektweise. Auch eine Kapitalbeteiligung russischer Werften ist denkbar."

Konkrete Gespräche führt Jussufow diesbezüglich mit der staatlichen vereinigten Schiffsbaukorporation sowie mit den zwei privaten Werften Wyborg und OPK. Die Abwanderung der Technologie nach Russland sei dabei aber kein Thema: "Technologien entwickeln sich immer weiter, und zwar hier. Es geht um das Know-how, das in den Köpfen der Leute steckt. Das kann man nicht einfach nach Russland exportieren."

Jussufow, der bisher keinerlei Erfahrung im Schiffbau hat, hatte die Werft im Sommer 2009 von seinem Landsmann Andrej Burlakow übernommen. Dieser hatte das Unternehmen in die Insolvenz gesteuert.

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