Arcandor-Aufsichtsrat Sal. Oppenheim-Vertreter steigt aus

Friedrich Carl Janssen hat sein Amt als Chefkontrolleur des insolventen Handelskonzerns Arcandor niedergelegt. Der persönlich haftende Gesellschafter der Privatbank Sal. Oppenheim wurde am Freitag auf der Internetseite des Unternehmens schon nicht mehr als Mitglied des Kontrollgremiums geführt.

Düsseldorf - Friedrich Carl Janssen habe seinen Rückzug aus dem Aufsichtsrat schriftlich den anderen Mitgliedern des Gremiums mitgeteilt, erfuhr manager-magazin.de aus informierten Kreisen. Inzwischen bestätigte der Insolvenzverwalter Janssens Ausscheiden. Auch die Aufsichtsratsmitglieder Ulrich Hocker, Karlheinz Hornung, Michael Stammler und Wilfried Reinhard ziehen sich demnach zurück.

Janssen hatte den Posten des Chefkontrolleurs bei Arcandor  erst vor knapp einem Jahr angetreten, nachdem die unterdessen angeschlagene Privatbank Sal. Oppenheim mit einer Beteiligung von knapp 30 Prozent größter Aktionär bei dem Essener Unternehmen geworden war. Sein erklärtes Ziel war es damals, eine Insolvenz des angeschlagenen Unternehmens zu vermeiden und die Weichen für eine Sanierung zu stellen. Doch gelang dies nicht. Im Juni musste Arcandor Insolvenzantrag stellen.

Mit seinem Rückzug ziehe Janssen nun einen Schlussstrich unter sein persönliches Engagement, hieß es in informierten Kreisen. Seine Einflussmöglichkeiten als Aufsichtsratsvorsitzender waren allerdings mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens ohnehin deutlich geschrumpft.

Am 1. September war das Insolvenzverfahren für die wichtigsten Arcandor-Gesellschaften offiziell eröffnet worden. Damit haben sich auch die Machtverhältnisse in Essen verschoben. Aus dem Arcandor-Vorstand arbeitet nur noch der Chef der Versandhandelssparte, Marc Sommer, weiterhin für das Unternehmen. Die Fäden bei der Sanierung und Verwertung der einzelnen Arcandor-Gesellschaften zieht der Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg. Die Entscheidungen, was mit Arcandor weiter geschieht, fällt die Gläubigerversammlung.

manager-magazin.de mit Material von reuters, ap und dpa

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