Kuka Großaktionär setzt Reuter an die Spitze

Till Reuter war gerade erst zum neuen Aufsichtsratschef des Roboterbauers Kuka gewählt worden. Jetzt setzt Großaktionär Grenzebach seinen Vertrauten auf den Chefsessel - vorübergehend und in Ermangelung anderer Alternativen. Dafür kommt ein alter Bekannter zurück und wird Finanzchef.

Frankfurt - Nach dem Kahlschlag an der Konzernspitze hat der Augsburger Roboter- und Anlagenbauer Kuka  Schwierigkeiten bei der Suche nach einem neuen Konzernchef. Nach Informationen einer mit der Situation vertrauten Person will Großaktionär Grenzebach zunächst seinem Vertrauten, dem frisch gewählten Kuka-Aufsichtsratschef Till Reuter, die Führung übertragen. Dies berichtete auch das "Handelsblatt" (Freitagsausgabe) vorab.

Es handele sich dabei um eine Interimslösung, die auf einige Monate begrenzt sei, sagte die Person aus dem Umfeld des Aufsichtsrats am Donnerstagabend. Reuter solle auf der Sitzung des Kontrollgremiums am Freitag zum neuen Vorstandsvorsitzenden gewählt werden. Auch die Arbeitnehmer hätten verlangt, dass Grenzebach nach dem von ihm initiierten Chefwechsel nun selbst Verantwortung übernehme. Auf den Chefposten im Aufsichtsrat rücke Vize Jürgen Kerner nach, der Chef der IG Metall in Augsburg. Kuka und Grenzebach lehnten Stellungnahmen ab.

Grenzebach hatte sich bei der Suche nach einer neuen Konzernspitze selbst unter Zeitdruck gesetzt. Bis Oktober wollte der Großaktionär Nachfolger für den aus dem Amt gejagten ehemaligen Vorstandschef Horst Kayser und den ebenfalls geschassten Ex-Finanzchef Matthias Rapp finden. Ihnen hatte Grenzebach vorgeworfen, den Konzern zu langsam auf Wachstumsfelder außerhalb der krisengeschüttelten Autoindustrie auszurichten.

Die neuen Top-Manager sollten namhafte und erfahrene Spitzenkräfte aus der Branche sein mit guten Kontakten zu den Finanzmärkten. Derzeit sind Bewerber in der engeren Auswahl. Diese könnten aber nicht zum angestrebten Zeitpunkt auf den Kuka-Chefsessel wechseln, sagte die Person aus dem Umfeld des Aufsichtsrats. In den vergangenen Jahren hatte der Konzern mehrere Vorstandschefs und mehrere Spitzenmanager verschlissen.

Neuer Finanzvorstand soll dem "Handelsblatt" zufolge Stephan Schulak werden, der das Unternehmen erst vor kurzem im Streit mit der alten Konzernführung verlassen hatte.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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