Citigroup Citi-Chef kritisiert Fabelbonus

Der Streit um einen 100-Millionen-Dollar-Bonus für einen Händler der US-Bank Citigroup spitzt sich zu. Citi-Chef Vikram Pandit hat eingeräumt, eine solche Prämie sei übertrieben. Doch der Händler Andrew Hall, der auch ein Schloss in Niedersachsen besitzt, will auf seine Millionen nicht verzichten.

New York - Ein Jahresbonus von 100 Millionen Dollar ist nach Ansicht von Citigroup-Chef Vikram Pandit zu viel für einen Angestellten der US-Großbank. Dies sagte Pandit am Donnerstagabend auf einer Veranstaltung in New York und verwies auf die gegenwärtige Lage des Instituts.

Der Citigroup-Händler Andrew Hall ist im Besitz eines Vertrages, der ihm in diesem Jahr die Summe von 100 Millionen Dollar einbringen könnte. Abgeschlossen habe diese Vereinbarung das Vorgänger-Management, verteidigte sich Pandit, der seit Dezember 2007 auf dem Chefsessel der ehemals weltgrößten Bank sitzt.

Hall ist Chef der Energie- und Rohstoffhandelssparte Phibro der Citigroup, die der Bank in der jüngeren Vergangenheit hohe Gewinne bescherte. Schon 2008 strich Hall mehr als 100 Millionen Dollar ein. Die Sparte solle nun umgebaut und ausgegliedert werden, kündigte Pandit am Donnerstag als Reaktion auf den öffentlichen Wirbel an.

Die Affäre könnte außerdem zur Belastungsprobe für US-Präsident Barack Obama werden. Obama hatte überzogenen Bonuszahlungen öffentlich den Kampf angesagt. Der extra von ihm eingesetzte Gehaltsbeauftragte Kenneth Feinberg will demnächst sein Urteil über Topvergütungen bei staatlich gestützten Konzernen fällen.

Halls Vergütung könnte Feinberg unter massiven Druck setzen. Falls der sogenannte "Gehälterzar" in diesem Fall zu nachlässig vorgeht, droht ein neuer Sturm der Entrüstung in der amerikanischen Öffentlichkeit.

Unklar ist, ob Feinberg die Macht besitzt, Halls Bezüge zu kappen. Dessen Vertrag wurde vor dem 11. Februar 2009 abgeschlossen. Dieses Datum ist der Stichtag für Feinbergs Befugnisse. Die hohen Gehälter und Boni bei Firmen, die am staatlichen Geldtropf hängen, sorgen seit Monaten für massive Kritik. Die Citigroup  erhielt im Zuge der Finanzkrise mehr als 45 Milliarden Dollar von der Regierung.

Hall gehört seit 2006 Schloss Derneburg im Landkreis Hildesheim - einst im Besitz des Künstlers Georg Baselitz. Er zählt laut Berichten zu den größten Sammlern zeitgenössischer Kunst weltweit.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.