Commerzbank Kleinwort-Banker klagen Millionenboni ein

Das leidige Bonus-Thema holt die Commerzbank wieder ein. 72 Mitarbeiter der früheren Dresdner-Bank-Investmentsparte Dresdner Kleinwort wollen in Großbritannien die Zahlung ausstehender Boni in Höhe von insgesamt 34 Millionen Euro gerichtlich durchsetzen.

London - Laut den am Dienstag in London bei Gericht eingereichten Papieren werfen die Mitarbeiter dem neuen Eigentümer Commerzbank  vor, nur rund 10 Prozent der für das vergangene Jahr zugesagten Boni ausgezahlt zu haben.

Wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtet, beträgt die höchste Einzelforderung 1,66 Millionen Euro. Außerdem machten die Banker, von denen einige heute nicht mehr für Dresdner Kleinwort arbeiten, auch Zinsansprüche geltend. Ursprünglich habe bei Dresdner Kleinwort für 2008 ein Bonus-Topf von 400 Millionen Euro bereitgestanden, hieß es. Angesichts des Gewinneinbruchs im Zuge der Finanzkrise seien die Boni dann von der Commerzbank auf einen Bruchteil dessen zusammengestrichen worden. Die Commerzbank war in Deutschland massiv auf Staatshilfe angewiesen und hat mehrere Milliarden Euro vom Steuerzahler erhalten.

Die ehemaligen Dresdner-Kleinwort-Mitarbeiter wollen die reduzierten Bonuszahlungen trotzdem nicht akzeptieren. Nach Angaben ihres Anwalts haben sie für Dresdner Kleinwort im vergangenen Jahr einen Profit von mehr als einer Milliarde Euro erwirtschaftet. Sollte es nicht zu einer gütlichen Einigung mit der Commerzbank kommen, könnte im kommenden Jahr ein Prozess eröffnet werden.

Bereits Mitte Juli hatte die Commerzbank mit anderen Investmentbankern von Dresdner Kleinwort einen Vergleich geschlossen. So hatte sich unter anderem der frühere Leiter des Emerging-Markets-Bereichs, Michael Adams, mit der Commerzbank auf einen Vergleich geeinigt. Adams forderte mehr als drei Millionen Dollar. Weitere Namen und Summen wurden nicht genannt. Gerüchten zufolge sollen einzelne Manager Millionenzahlungen erhalten haben.

Nach der Übernahme von Dresdner Kleinwort und der Muttergesellschaft Dresdner Bank durch die Commerzbank hielt diese zahlreiche Bonus- und Abfindungszahlungen zurück. Das führte zu mindestens zwölf Klagen. Die Dresdner-Mutter Allianz  hatte vor der Übernahme ihren Führungskräften Boni zugesichert - auch um sie zu halten.

manger-magazin.de mit Material von dpa und afp

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