Banken Deckel für Managergehälter nur auf Zeit

Die Vorstandsgehälter bei staatlich gestützten Banken sind nach einem Medienbericht zum Teil nur bis Ende 2009 gedeckelt. Danach könnte Commerzbank-Chef Martin Blessing von seinem letzten Platz im Gehaltsranking der Dax-Konzernlenker aufsteigen. Der Bankenverband bezieht grundsätzlich Stellung gegen staatliche Gehaltsgrenzen.

München/Frankfurt am Main - Die Vergütung sei in den Verträgen mit dem staatlichen Bankenrettungsfonds Soffin nur für zwei Jahre auf 500.000 Euro beschränkt, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" am Dienstag. Danach sei offen, wie bezahlt werde.

Nach Angaben eines Commerzbank-Sprechers spielt das Ende der Soffin-Frist für die Vergütung vorerst jedoch keine Rolle. Die Fixgehälter des Vorstands lägen unter der Soffin-Grenze. Zudem gelte der Grundsatz "ohne Gewinn kein Bonus". Die Commerzbank  erwartet, 2009 und 2010 mit Verlust abzuschließen. Commerzbank-Chef Martin Blessing war im vergangenen Jahr der am schlechtesten bezahlte Vorstandschef unter den 30 Dax-Konzernen.

Die Commerzbank hatte im November 2008 zum ersten Mal Staatshilfe beantragt. Insgesamt hatte der Staat die Bank mit 18,2 Milliarden Euro gestützt. Auch bei der Aareal Bank  ist der Zeitung zufolge die Deckelung auf zwei Jahre begrenzt. Länger gelte die Beschränkung offenbar bei der nahezu voll verstaatlichten Hypo Real Estate.

"Grundsätzlich ist es nicht Sache des Staates, was ein Unternehmen seinen Angestellten an Gehalt zahlt", sagte der Präsident des Bankenverbands BdB, Andreas Schmitz von HSBC Trinkaus, am Dienstag auf einer Branchenkonferenz in Frankfurt. Leistungsabhängige Bezahlungen seien ein wichtiges Führungsinstrument für jedes Institut. Die Rolle des Staates sollte sich Schmitz zufolge darauf beschränken, Grundsätze für gute Vergütungssysteme festzulegen.

Auch der Co-Präsident der Investmentbank Morgan Stanley , Walid Chammah, sprach sich gegen generelle Obergrenzen für Banker-Gehälter aus. Die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer hatten am Wochenende schärfere Bonusregeln angekündigt. Exzesse bei der Bezahlung von Bankern gelten als eine der Ursachen der Finanzkrise.

Schmitz räumte ein, dass mit den Millionenboni viel Vertrauen in die Banken verspielt worden sei. "Zu oft sind nur scheinbare Erträge belohnt worden, und zwar auch dann noch, als dieser Schein sich endgültig als Illusion erwiesen hatte", sagte der BdB-Präsident. Besonders in den USA drohe der Reformeifer in diesem Punkt wieder nachzulassen.

Die Bankenbranche - national wie international - will die Boni stärker am langfristigen Erfolg ausrichten als an kurzfristigen Zielen. "Den Chancen für den einzelnen Geldbeutel sollten entsprechende Risiken gegenüberstehen", sagte Schmitz. "Erfolg muss, Misserfolg aber darf nicht honoriert werden." Ein Ansatz wären Bonus-Malus-Regelungen. Dabei wird ein Teil der Leistungsprämien einbehalten, um sie in späteren Jahren mit eventuellen Verlusten zu verrechnen.

Der Staat sollte sich nach Ansicht von Schmitz nicht voreilig aus der Unterstützung angeschlagener Banken zurückziehen. Dass der Staat wieder aussteige, sei wichtig, genauso wichtig sei aber das Wann und Wie, sagte Schmitz. "Nicht nur aus ordnungspolitischen Erwägungen, sondern auch im Interesse des Steuerzahlers sollte der Staat auf die beste Gelegenheit zum Ausstieg warten, um möglichst viel des eingesetzten Kapitals zurückzuerhalten", sagte Schmitz. Die Bundesregierung hat deutsche Banken mit dreistelligen Milliardenbeträgen gestützt, der Großteil davon entfällt auf Garantien.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters