Roche Personalrochade nach Milliardenübernahme

Der Schweizer Pharma- und Diagnostikkonzern Roche baut sein Topmanagement um. Genentech-Chef Pascal Soriot übernimmt die operative Verantwortung für den größten Geschäftsbereich Pharma. Daniel O'Day wird Leiter der Diagnostik-Division, Jean-Jacques Garaud übernimmt die Pharmaforschung und -entwicklung.

Zürich - Der Schweizer Pharma- und Diagnostikkonzern Roche  hat kurz nach der milliardenschweren Komplettübernahme seiner Biotechtochter Genentech  den Umbau der Konzernführung abgeschlossen. Die operative Verantwortung für den mit Abstand größten Geschäftsbereich Pharma übernimmt Anfang 2010 Genentech-Chef Pascal Soriot als Chief Operating Officer (COO), wie Roche am Dienstag mitteilte. Er folgt dem langjährigen Pharmachef William Burns nach, dessen Rücktritt zum Jahresende bereits längerer angekündigt war.

Der 50-jährige Franzose Soriot wickelt die Integration der amerikanischen Genentech ab, die der Basler Arzneimittelhersteller im März nach monatelangem Ringen übernommen hatte. Die vollständige Kontrolle über so wichtige Krebsmedikamente wie Avastin oder Herceptin ließ sich Roche 46,8 Milliarden Dollar kosten. Die Pharma-Division steht für rund 80 Prozent des Roche-Umsatzes von 45,6 Milliarden Franken (30 Milliarden Euro) im Jahr 2008.

Gleichzeitig bekommt auch die Diagnostik-Division mit COO Daniel O'Day einen neuen Leiter, weil deren Spartenchef Jürgen Schwiezer in Pension geht. Und schließlich übernimmt Jean-Jacques Garaud die Pharmaforschung und -entwicklung von Roche. Er löst Jonathan Knowles ab, der die Roche-Forschung zwölf Jahre geleitet hatte. Die Genentech-Forschung, der Roche Unabhängigkeit garantiert hat, untersteht weiterhin Richard Scheller.

"Die verjüngte und verbreiterte Konzernleitung wird die nachhaltige Entwicklung von Roche als weltweit führendes Biotechunternehmen weiter vorantreiben", sagte Konzernchef Severin Schwan. Schwan hatte im März 2008 Franz Humer als CEO des Gesundheitsriesen abgelöst. Humer hat seither nur noch das Amt des Verwaltungsratspräsidenten inne. Burns soll bei der Generalversammlung im März 2010 in den Verwaltungsrat gewählt werden.

An der Börse zogen die "Bon" genannten Roche-Genussscheine 0,5 Prozent auf 166,20 Franken an und bewegten sich damit im Einklang mit dem europäischen Sektorindex. "Dass interne Kandidaten in diese Schlüsselpositionen in Pharma und Diagnostik berufen wurden, ist für uns eindeutig positiv", sagte Kepler-Analyst Daniel Daetwyler. Das dürfte für Kontinuität in Roches Geschäft sorgen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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