Ex-Bahn-Chef Mehdorn entgeht Schadensersatzklage

Der frühere Bahn-Chef Hartmut Mehdorn hat offenbar gute Chancen, einer Schadensersatzklage wegen der Datenaffäre in dem Konzern zu entkommen. Zwar habe das Management massiv gegen Gesetze verstoßen, ein aktienrechtliches Verschulden liege aber nicht vor, heißt es in einem Gutachten, das dem SPIEGEL vorliegt.

Berlin - Dem früheren Bahn-Chef Hartmut Mehdorn droht nach Erkenntnis des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL wohl keine Schadensersatzklage des Aufsichtsrates wegen der Schnüffel- und Datenaffäre bei der Deutschen Bahn.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers komme in einem "streng vertraulichen" Gutachten vom 7. August zu dem Ergebnis, dass es zwar massive Verstöße gegen diverse Gesetze und Richtlinien gebe. Ein aktienrechtliches Verschulden der Vorstandsmitglieder und eine "aktive Mitwirkung" habe aber nicht festgestellt werden können, berichtet das Nachrichtenmagazin weiter.

Eine Schadensersatzklage gegen die Altvorstände habe deshalb mit "überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Aussicht" auf Erfolg, heißt es in dem Bericht laut Gutachten, das der Bahn-Aufsichtsrat in Auftrag gegeben hatte. Aufsichtsratschef Werner Müller hatte allerdings schon im Mai erklärt, er sehe keine Grundlage für Schadensersatzforderungen. Ein Bahn-Sprecher wollte sich am Samstag zu dem Bericht nicht äußern.

Der langjährige Bahnchef Hartmut Mehdorn und Vorstandskollegen waren im Frühjahr wegen der Kontrollen von Mitarbeiterdaten und E-Mails im Namen der Korruptionsbekämpfung gestürzt. Auch die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt in der Sache.

manager-magazin.de mit Material von dpa