Infineon-Manager Weitere Gehälter auf dem Prüfstand

Nach Ex-Chef Wolfgang Ziebart müssen bei Infineon weitere Manager um die Höhe ihrer Bezüge bangen. Der Aufsichtsrat will sich einem Bericht zufolge mit den Gehältern mehrerer aktiver und ehemaliger Vorstände befassen. Gremiumchef Max Dietrich Kley schätzt, dass weitere Unternehmen diesem Beispiel folgen werden.

München - Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley zufolge will sich das Gremium auf einer Sondersitzung im November mit dem Gehalt aktiver und ehemaliger Vorstände befassen, wie die "Süddeutsche Zeitung" (SZ, Samstagausgabe) berichtet. Wegen der Talfahrt des Unternehmens sei Infineon  gezwungen, Höhe und Art der Bezüge zu prüfen. Namentlich nannte Kley Ex-Finanzvorstand Peter Fischl.

Zuvor war bekannt geworden, dass dem ehemaligen Infineon-Chef Wolfgang Ziebart die Firmenpension empfindlich gekürzt werden soll. Ziebart hatte das Unternehmen im Streit um die Strategie des Konzerns im Mai 2008 verlassen.

AR-Chef Kley zufolge der Konzern darüber hinaus weg von kurzfristigen Anreizen und sein Bonussystem auch für aktive Vorstände umstellen. Kley rechtfertigte das Vorgehen gegen Ex-Chef Ziebart: "Das ist kein Tadel an Herrn Ziebart. Die wirtschaftliche Situation des Konzerns hat sich in den vergangenen Jahren verschlechtert. Der Gesetzgeber rechnet dies dem Vorstand zu."

Kley geht davon aus, dass viele andere deutsche Großkonzerne dem Beispiel von Infineon folgen werden: Die neue Rechtslage zwinge die Kontrolleure zum Handeln. "Andere Unternehmen werden das in den nächsten zwei bis drei Monaten tun", sagte Kley der "SZ".

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.