LBB-Chef Evers "Kundenmann" an der Bankspitze

Seit inzwischen sechs Wochen ist er die Nummer eins der Landesbank Berlin: Johannes Evers, mit 47 Jahren einer der Jüngsten an der Spitze der großen Geldinstitute hierzulande.

Berlin - Sein Ziel als Vorstandsvorsitzender formuliert der gebürtige Niederrheiner betont bodenständig: "Ich möchte solides Bankgeschäft machen."

Bevor er am 1. Juli für den langjährigen LBB-Chef Hans-Jörg Vetter aufrückte, war Evers bereits Vorstandsmitglied und verantwortet seit 2000 das Privatkundengeschäft mit der Berliner Sparkasse. Nach wie vor sei er "ein Kundenmann", sagt der Manager, der sein altes Ressort vorerst weiterführt - aber nur noch auf Zeit, bis ein Nachfolger feststeht.

Der Sprung auf den Chefposten kam für ihn nicht gänzlich überraschend. Schon 2007, nachdem der Verkauf des zuvor mehrheitlich landeseigenen Instituts an die Sparkassen über die Bühne gegangen war, habe er sich "gedanklich vorbereitet", die Rolle einmal zu übernehmen, sagt Evers.

Dass er es im vergangenen Juni nach Vetters überraschendem Wechsel zur Landesbank Baden-Württemberg dann auch wurde, habe ihn gefreut. In der neuen Position setzt er auf Kontinuität, was nach zehn Jahren im Haus auch nicht anders zu erwarten sei, in denen er an der Strategie mitgearbeitet habe.

Geboren wurde Evers in Rheurdt im Kreis Kleve. Zum Studium der Wirtschaftsmathematik ging er Anfang der 80er Jahre nach Ulm, er promovierte 1988. Ins Berufsleben startete er 1986 bei der Hypo-Bank in München und war daneben noch Universitätsassistent.

Danach war er für die Unternehmensberatung McKinsey in Deutschland und Japan tätig und wechselte Mitte der neunziger Jahre zur HSB Hypo Service Bank nach Leipzig. Anfang 1999 kam er ins Management der damaligen Bankgesellschaft Berlin, aus der die Landesbank Berlin (LBB) hervorging. Der passionierte Läufer ist verheiratet und hat eine Tochter.

manager-magazin.de mit Material von dpa