Milliardenbetrüger Madoff "Ich dachte, jetzt haben sie mich"

Jahrzehnte lang blieb Bernard Madoffs Milliardenschwindel unentdeckt. Der inzwischen inhaftierte Betrüger zeigt sich selbst erstaunt, dass ihn die Börsenaufsicht SEC so lange gewähren ließ.

New York - Der amerikanische Milliardenbetrüger Bernard Madoff habe mehrere Male bei Treffen mit der Börsenaufsicht SEC sein Auffliegen erwartet, sagte der 71-Jährige Anwälten zufolge bei einem ersten Gespräch seit seiner Verurteilung zur Höchststrafe von 150 Jahren Gefängnis Ende Juni.

Der New Yorker Ex-Broker hatte im größten Betrugsfall der Finanzgeschichte mit einem 65 Milliarden Dollar (46 Milliarden Euro) umfassenden Schneeballsystem weltweit Tausende Anleger geprellt. Seit Mitte Juli sitzt er in einer Haftanstalt im Bundesstaat North Carolina ein.

Die US-Börsenaufsicht SEC hatte bereits schwere Versäumnisse in dem Fall eingeräumt. Trotz einschlägiger Tipps hatte sie den Riesenschwindel über Jahrzehnte hinweg nicht aufgedeckt. Eine intensive Untersuchung der Pannen läuft noch.

"Es gab mehrere Treffen mit der SEC und ich dachte sie haben mich", sagte Madoff laut dem amerikanischen TV-Sender ABC zwei Anwälten von privaten Klägern. Die Juristen hätten fast fünf Stunden lang unter Beisein seines eigenen Anwalts mit Madoff gesprochen, berichtete ABC am Mittwoch im Internet.

Die Anwälte vertreten rund ein Dutzend Opfer des Betrugs. Sie wollen Madoff auf Schadensersatz verklagen. Der Ex-Broker habe sich zu dem Gespräch bereiterklärt, weil die Anwälte mit einer Klage gegen seine Ehefrau Ruth gedroht hätten. Madoff hatte stets betont, allein und ohne Wissen anderer Personen gehandelt zu haben.

Der Ex-Geschäftsmann habe sich "sehr reumütig" gezeigt und alle Fragen beantwortet, sagte einer der Anwälte, Joseph Cotchett, dem Sender. "Er war sehr offen und hat nichts für sich behalten."

manager-magazin.de mit Material von dpa