Dienstag, 22. Oktober 2019

Traumgehälter Große Verdienste

3. Teil: Persönlicher Einsatz bestimmt direkt das Einkommen

Nicht zufällig sind viele Eine-Million-Euro-Berufe geprägt von einem extremen Maß an Eigenverantwortung, darin dem Dasein als Selbstständiger nicht unähnlich: Seniorpartner einer internationalen Kanzlei, Investmentbanker, Topvertriebler, IT-Projektleiter, Lobbyist in der Pharma- oder Tabakbranche, M&A-Experte - alles Jobs, in denen sich die eigene Leistung ohne Umwege auf dem Konto niederschlägt, da die variablen Gehaltsanteile bis zu 70, 80 Prozent ausmachen können. Ein Director bei McKinsey könnte um 16.30 Uhr den Stift fallen lassen und Golf spielen - oder aber bis Mitternacht arbeiten: Der persönliche Einsatz bestimmt direkt sein Einkommen.

Was wirklich zählt
Topmanagement-Coach Dorothee Echter über den Schlüssel zum Erfolg
Unterschied machen: Übernehmen Sie Jobs, in denen Sie etwas bewegen und sich beweisen können. Nur so fallen Sie unter anderen ebenso Talentierten auf.
Heimvorteil nutzen: Spielen Sie Ihre Stärken aus, statt sich an Schwächen abzuarbeiten. Werden Sie Weltmeister in dem, was Ihr spezielles Talent ist.
Gelegenheiten erkennen: Statt das Glück zu zwingen, ergreifen Sie Chancen. Riskieren Sie ruhig etwas - etwa wenn ein neuer Job weniger Sicherheit, aber bessere Perspektiven bietet.
Leidenschaft: Unbedingt eine Million verdienen zu wollen ist der sicherste Weg, genau das nicht zu erreichen. Setzen Sie sich besser inhaltliche Ziele, für die Sie wirklich brennen.
Auftanken: Achten Sie auf Ausgleich zum Job - Sport etwa oder in der Familie.
Prinzipiell "wirken Jobwechsel oft als Gehaltsbeschleuniger", sagt Kajus Rottok, Deutschland-Chef der Personalberatung Odgers & Berndtson. Dabei ist es klug, sich zunächst in einem großen Konzern zu profilieren und dann von einer kleineren Firma abwerben zu lassen, die zwar weniger prestigeträchtig ist, aber oft besser bezahlt.

Die schlechte Nachricht: Mit einer klassischen Konzernkarriere ist die Million, von der Vorstandsebene abgesehen, kaum zu erreichen. Wer hier als Berufsanfänger mit rund 50.000 Euro einsteigt, kann zwar, wenn er gut ist, sein Gehalt in schöner Regelmäßigkeit um 10 bis 15 Prozent steigern (bei Beförderungen auch um 20) und über Positionen als Professional, Team-, Abteilungs- und Bereichsleiter in beinahe beamtenmäßiger Manier bis in die Ebene unter dem Vorstand aufrücken. "Das Zielgehalt wird aber nur selten über 400.000 Euro liegen", so Martin Hofferberth, Vergütungsexperte bei Towers Perrin. Und auch beim Ist-Gehalt, also inklusive variabler Anteile, ist spätestens in der Region um 700.000, 800.000 Euro Feierabend.

"Das sind schon die Extreme, die meisten Mittelmanager liegen zwischen 100.000 und 400.000 Euro", sagt Hofferberth. Dies gilt für alle Corporate-Funktionen und Produktion - unterscheidet sich aber leicht nach Branchen: Pharma-, Finanz-, Energie- oder Automobilbranche zahlen überdurchschnittlich; Handel, Telekommunikation und Maschinenbau eher weniger. Ausreißer nach oben ist branchenübergreifend der Vertrieb, wo etwa Key-Accounter bei Softwarefirmen schon mal die Million knacken.


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Ausnahmen von der Regel sind absolute Spezialistenjobs, die für das Unternehmen existenziell sind: Chefvolkswirt einer internationalen Bank etwa, Forschungsleiter im Pharmakonzern, Leiter eines gigantischen Projekts wie des Baus einer Pipeline. Sie bekommen häufig zusätzlich zu Fixgehalt und Bonus noch eine üppige "retention rate", damit sie nicht auf halbem Weg abspringen.

Wer mehr will, muss mehr wagen. Muss von schnurgeraden Konzernstraßen auf verschlungene Außenbahnen wechseln. "Erfolgsmenschen erkennen ihre Chancen früh und sind bereit, ein hohes Risiko einzugehen", sagt Headhunter Rottok.

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