Staatshilfe US-Regierung forciert Boni-Begrenzung

Die US-Regierung will staatlich gestützte Unternehmen zur Beschränkung von Sonderzahlungen zwingen. Der Fall eines Rohstoffhändlers der Citigroup, der 100 Millionen Dollar an Bonus fordert, erregt die Gemüter.

New York - Wie das "Wall Street Journal" in der Nacht zum Montag auf seiner Internetseite berichtete, will Staranwalt Kenneth Feinberg die betreffenden Firmen zu einer Überarbeitung zu hoher Löhne zwingen. Andernfalls würde die Staatshilfe gekürzt. Feinberg soll im Auftrag des US-Finanzministeriums die Einkünfte der 100 bestbezahlten Beschäftigen in Großkonzernen überprüfen.

Dem Bericht zufolge sollten sieben Unternehmen bis zum 13. August Vorschläge für die Zahlung von Abfindungen und Sonderleistungen präsentieren. Dazu zählten die Citigroup , Bank of America , AIG , General Motors , Chrysler, Chrysler Financial und Gmac Financial Services. Gmac hat dem "Wall Street Journal" zufolge seinen Topmanagern zugesagt, ihnen 20 Prozent ihres Lohns in bar und 80 Prozent in Aktien zukommen zu lassen. Die Banken müssten Feinberg überzeugen, dass sie die richtige Balance gefunden hätten, übertriebenes Risiko zu vermeiden und die Leistungen der Top-Mitarbeiter zu honorieren, zitierte die Zeitung einen Sprecher des Finanzministeriums.

Das "Wall Street Journal" hatte zudem am Wochenende berichtet, dass der Leiter von Citigroups Rohstoffhandelsabteilung Phibro, Andrew J. Hall, sein volles Vergütungspakt für 2009 einfordert. Dies könnte sich auf rund 100 Millionen Dollar belaufen. Die genaue Summe teilte Citigroup nicht mit. Im vergangenen Jahr bekam Hall laut "Wall Street Journal" mehr als 100 Millionen Dollar. Die Bank wurde mit fast 50 Milliarden Dollar vom Staat gestützt und schrieb im vergangenen Jahr einen Verlust von 27,7 Milliarden Dollar.

Sollte Hall diese ihm zustehende Summe nicht erhalten, könnte Citigroup-Chef Vikram Pandit einen seiner wichtigsten Manager verlieren. Phibro ist einer der wichtigsten Ertragsbringer im Konzern. Dass Hall freiwillig Verzicht übt, gilt als nicht wahrscheinlich. Er habe zusammen mit anderen Mitarbeitern der Phibro-Abteilung bereits im Frühjahr gedroht, die Bank zu verlassen, sollten ihre Bezüge gekürzt werden.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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