Montag, 23. September 2019

Deutsche Bahn Polizeivizepräsident wird Sicherheitschef

Bahnchef Rüdiger Grube hat den Berliner Polizeivizepräsidenten Gerd Neubeck zum neuen Leiter der Konzernsicherheit ernannt. Der 58 Jahre alte Jurist löst Jens Puls ab, der im Zuge die Datenaffäre entlassen worden war. Auch weitere Schlüsselpositionen wurden neu besetzt.

Berlin - Die Deutsche Bahn hat im Zuge ihres Konzernumbaus den Posten des Sicherheitschefs neu besetzt. Zum 1. September übernimmt Gerd Neubeck die Leitung der Konzernsicherheit, wie die Bahn am Dienstag in Berlin mitteilte. Der 58-jährige Jurist ist seit 2000 Polizeivizepräsident in Berlin. Zuvor war er unter anderem Oberstaatsanwalt in Nürnberg/Fürth.

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Neuer Leiter Konzernrevision wird zum 1. Januar 2010 Lutz Cauers, teilte die Bahn weiter mit. Der 45-jährige Diplom-Kaufmann komme von der Tui, wo er seit 2001 die Konzernrevision leite.

Bahnchef Grube erklärte, es sei gerade in diesen sensiblen Bereichen notwendig gewesen, die Positionen mit Bewerbern von außen zu besetzen, "um den Neuanfang in der Unternehmenskultur zu dokumentieren".

Mitte Mai hatte sich der Konzern im Zuge der Aufarbeitung der sogenannten Datenaffäre auch von den Leitern der Konzernrevision und der Konzernsicherheit, Josef Bähr und Jens Puls, getrennt. Grube hatte damals erklärt: "Fehlverhalten kann und werde ich nicht tolerieren, deshalb brauchen wir einen Neuanfang."

Die Deutsche Bahn hatte über viele Jahre die Daten von Mitarbeitern zur Korruptionsbekämpfung mit denen von Lieferanten abgeglichen. Auch der E-Mail-Verkehr von Mitarbeitern wurde teilweise überwacht. Die Vorgänge, die nicht mit den Arbeitnehmervertretern abgesprochen worden waren, sorgten für eine Welle der Empörung. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende Hartmut Mehdorn, der von den Vorgängen nach eigenen Angaben nichts gewusst hat, war im Zuge der Affäre aufgrund des zunehmenden öffentlichen Drucks zurückgetreten.

Grube berief darüber hinaus Ulrich Klenke zum Leiter Konzernmarketing. Bislang verantwortete der Manager die Konzernmarkenführung. Klenke hatte seinen beruflichen Werdegang 1995 bei Mercedes-Benz in Stuttgart begonnen. Für das Ressort Marketing war bislang Ralf Klein-Bölting zuständig, der wegen verdeckter Meinungsmache in Massenmedien in die Kritik geraten war.

manager-magazin.de mit Material von ddp, ap und dpa

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