Kuka Vorstand bleibt an Bord

Beim Roboter- und Anlagenbauer Kuka bleiben die vom Großaktionär Grenzebach mit dem Rauswurf bedrohten Vorstände im Amt. Eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung endete mit einem Friedensschluss. Zudem senkte das Unternehmen seine Jahresprognose und gab bekannt, zwei französische Standorte zu schließen.

Augsburg - Der Roboter- und Anlagenbauer Kuka  behält trotz der Querelen der vergangenen Wochen sein Management. Der Konzern werde auch weiterhin von Vorstandschef Horst Kayser und Finanzchef Matthias Rapp geführt, teilte der Konzern am Montag nach einer Aufsichtsratssitzung mit.

Auch Aufsichtsratschef Rolf Bartke bleibt an Bord. Ihm sei durch die Mitglieder des Gremiums einstimmig und uneingeschränkt das Vertrauen ausgesprochen worden, hieß es. Allerdings habe das Kontrollgremium Vorstandschef Horst Kayser und Finanzchef Matthias Rapp nicht das Vertrauen ausgesprochen. Mit den beiden Managern sollen in den nächsten Wochen Gespräche in kleinem Kreis stattfinden, sagten mehrere mit der Situation vertraute Personen zu Reuters.

Im Vorfeld der Sitzung waren die Spannungen zwischen dem Großaktionär Grenzebach auf der einen Seite sowie dem Vorstand und dem dahinter stehenden Chefkontrolleur Bartke auf der anderen Seite wieder aufgeflammt. manager-magazin.de hatte über die Auseinandersetzungen berichtet. Zwischenzeitlich hatte es so ausgesehen, als ob der Vorstand kippen würde.

Grenzebach, mit knapp 30 Prozent größter Anteilseigner, hatte der Führungsriege vorgeworfen, nicht schnell genug in neue Geschäftsfelder vorzustoßen. Die Hauptkunden sitzen derzeit in der angeschlagenen Autoindustrie. Grenzebach wollte sich zu den Ergebnissen der Sitzung nicht äußern.

Zudem senkte Kuka am Montag die Jahresprognose, nachdem das Unternehmen Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt hatte. Inklusive Restrukturierungskosten erwarten die Augsburger nun ein "deutlich negatives" Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit), nachdem sie bislang mindestens von einer schwarzen Null ausgegangen waren. Diese sehen sie nur noch erreichbar, wenn sie die Restrukturierungskosten ausklammern.

Kuka hat die Autoflaute mit voller Wucht zu spüren bekommen, weil die Hauptabnehmer in der schwächelnden Industrie sitzen. Im zweiten Quartal führte das zu einem Umsatzschwund gegenüber dem ohnehin schon schwachen ersten Quartal von 16 Millionen Euro auf 211 Millionen Euro. Der Auftragseingang nahm um 40 Millionen auf 253 Millionen Euro ab.

Das Unternehmen räumte ein, dass dadurch das Ergebnis schwächer ausgefallen sei als erwartet. Das Ebit verschlechterte sich binnen dreier Monate von plus 0,2 auf minus 23 Millionen Euro. Unter anderem Rückstellungen für Restrukturierungen ließen den Verlust unter dem Strich von 1,8 auf 34 Millionen Euro anschwellen.

Kuka begegnet der anhaltenden Flaute mit harten Einschnitten: Die beiden französischen Anlagenbau-Standorte in Tours und Montigny Le Bretonneux würden geschlossen, teilte der Konzern mit. Betroffen sind 144 Mitarbeiter, für die ein Sozialplan erstellt wird. Bestehenbleiben soll der Roboter-Standort in Villebon sur Yvette. Hier soll der Fokus verstärkt auf Roboter für Anwendungen außerhalb der Autoindustrie gerichtet werden.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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