HSH Nordbank Kopper stellt Weichen neu

Die angeschlagene HSH Nordbank hat ihren Aufsichtsrat fast komplett neu besetzt. Der künftige AR-Chef Hilmar Kopper soll die Weichen für die Neuausrichtung stellen. Der US-Investor Christopher Flowers gehört dem Kontrollgremium nicht mehr an. Weiterhin verlässt Strategiechef Frank Heideloff die Bank.

Hamburg - Die Anteilseigner, darunter als größte die beiden Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, beschlossen am Mittwoch, den Aufsichtsrat fast komplett neu zu besetzen.

Damit scheiden die Finanzminister der beiden Länder, Michael Freytag und Rainer Wiegard (beide CDU), und der Kieler SPD-Innenminister Lothar Hay aus dem Gremium aus. Auch der US-Finanzinvestor Christopher Flowers gehört dem Aufsichtsrat nicht mehr an, nur sein Europachef Ravi Shinha bleibt in dem Gremium.

Neu in den Aufsichtsrat wählten die Eigner den früheren Deutsche-Bank-Chef Hilmar Kopper. Ihn soll der Kontrollrat in seiner konstituierenden Sitzung am Freitag zum Vorsitzenden wählen.

Koppers Aufgabe in den nächsten Wochen wird sein, neue Vorstandsmitglieder zu finden, um die Spitze um Bankchef Dirk Jens Nonnenmacher zu ergänzen. Nonnenmacher ist derzeit als Vorstandschef zugleich für Finanzen, Steuern, Risikomanagement und Controlling bei dem Institut zuständig.

Vier Firmenlenker im Aufsichtsrat

Dem Aufsichtsrat gehören künftig auch vier Wirtschaftslenker an: Hans Werner Blöcker, Chef der Vereinigten Asphalt-Mischwerke in Büdelsdorf, das ehemalige Allianz-Vorstandsmitglied Detlev Bremkamp, der frühere Hapag-Lloyd-Chef Bernd Wrede sowie der Ex-Chef des Versicherers Volksfürsorge, Joachim Lemppenau. Von ihnen erhofft sich die HSH, stärker als Geschäftsbank und weniger als herkömmliche Landesbank wahrgenommen zu werden.

Hamburg entsendet Rainer Klemmt-Nissen, Leiter des Vermögens- und Beteiligungsmanagements der Finanzbehörde der Hansestadt. Schleswig-Holstein wird vom Chef der landeseigenen Investitionsbank, Lutz Koopmann, vertreten. Die schleswig-holsteinischen Sparkassen entsenden den Wirtschaftsprüfer ihres Verbandes, Oke Heuer. Auf Koppers Wunsch rückt zudem der frühere Vorstand der Deutschen Bundesbank, Hans Reckers, in den Aufsichtsrat der HSH ein.

Strategiechef Heideloff geht

Unterdessen verließ HSH-Strategiechef Frank Heideloff die Bank. Nach Angaben des Instituts ging er auf eigenen Wunsch. Der Manager arbeitete erst seit Januar 2007 bei der HSH Nordbank und war Leiter Konzernentwicklung und -Steuerung.

Die HSH Nordbank hatte sich in den vergangenen Jahren mit riskanten Kredit- und Wertpapieren verspekuliert und musste von ihren Haupteignern mit Milliarden gestützt werden. Sie soll sich künftig auf das Geschäft mit Firmen in Norddeutschland konzentrieren. Die Hintergründe für die Verluste werden von Untersuchungsausschüssen in Kiel und Hamburg beleuchtet.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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