Constantin Medien Rosskur für DSF

Der Fernseh- und Sportrechtekonzern erwartet in seiner Sportsparte kräftige Einbußen und greift deswegen beim TV-Sender DSF durch. Der für den Bereich Sport zuständige Constantin-Vorstand Rainer Hüther räumt seinen Posten, auch DSF-Chef Oliver Reichert verlässt das Unternehmen.

Berlin - Nachfolger von Hüther wird Constantin-Chef Bernhard Burgener, der ab sofort das gesamte operative Geschäft übernimmt. Auf Reichert folgt ab sofort Zeljko Karajica, der weiterhin gemeinsam mit Florian Nowosad Geschäftsführer der konzerneigenen Produktionsdienstleisters Plazamedia GmbH bleibt. Das teilte Constantin Medien  in der Nacht zum Mittwoch mit.

Hüther war acht Jahre im Vorstand der Vorgängergesellschaft EM.Sport Media und der fusionierten Constantin Medien. Der geschasste Chef des Deutschen Sportfernsehens DSF, Reichert, war zehn Jahre im Konzern gewesen. Die Straffung des Managements schaffe mehr Effizienz und solle das Sportsegment wieder auf Wachstumskurs führen, sagte Burgener.

Im laufenden Jahr werde das Ergebnis im Sportsegement von Einbrüchen im Werbemarkt, Restrukturierungskosten und außerordentliche Aufwendungen "im unteren zweistelligen Millionenbereich" belastetet. Das Loch ließe sich mit 25 bis 30 Millionen Euro aus einem Vergleich mit ehemaligen Vorständen und Aufsichtsräten stopfen, wenn nicht weitere Abschreibungen nötig werden sollten. Zuletzt hatte Burgener einen Jahresumsatz von 500 Millionen Euro und einen Gewinn von drei bis fünf Millionen Euro angekündigt.

Neben Sparmaßnahmen beschloss der Aufsichtsrat auch eine direktere Anbindung des DSF an den Konzern sowie flachere Hierarchien in der Sparte. Trotz der schwachen Wirtschaftsaussichten solle das Segment damit wieder auf einen Wachstumskurs geführt werden, erklärte Burgener.

Zur Constantin Medien gehören neben dem DSF und Plazamedia auch die Internetseite Sport1. Großaktionär bei Constantin Medien ist mit 17,1 Prozent die von Medienunternehmer Leo Kirch kontrollierte KF 15. Außerdem hält das Unternehmen knapp die Hälfte der Anteile an der Schweizer Highlight Communications, die wiederum die Sportmarketing- Agentur Team mit ihren Rechten an der UEFA Champions League sowie die Filmfirma Constantin Film kontrolliert.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ddp

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