Berliner Bankenaffäre Letzter großer Prozess gegen Landowsky

Acht Jahre nach der Bankenaffäre in Berlin beginnt an diesem Montag der letzte große Prozess gegen frühere Manager. Vor Gericht stehen erneut der damalige CDU-Fraktionschef Klaus Landowsky und elf weitere frühere Mitglieder von Vorständen oder Aufsichtsräten.

Berlin - Angeklagt sind sie vor dem Landgericht wegen des Vorwurfs der schweren Untreue. Dabei geht es um sogenannte Rundum-Sorglos-Fonds von Tochterunternehmen der damaligen Bankgesellschaft Berlin, die gleichzeitig große Steuervorteile versprachen und hohe Renditen für 25 Jahre garantierten. Die Auflage dieser Fonds war einer der zentralen politischen Vorwürfe in der Bankenaffäre.

Bereits im März 2007 war Landowsky (66) nach einem 20 Monate dauernden Prozess zu einer Bewährungsstrafe von 16 Monatenwegen Untreue bei der Vergabe von Millionenkrediten an den Immobilienkonzern Aubis verurteilt worden.

Sollte er nun ebenfalls eine Bewährungsstrafe erhalten, könnte das Gericht theoretisch auch aus beiden Urteilen eine Gesamtstrafe bilden - die möglicherweise nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt würde.

Die Staatsanwälte werfen den Beschuldigten vor, bei der Auflage von Immobilienfonds einen Mindestschaden von mehr als 116 Millionen Mark für die Bank und damit auch das Land verursacht zu haben. Obwohl absehbar gewesen sei, dass der Immobilienmarkt stagnierend oder rückläufig sei, hätten die Manager Anlegern Gewinngarantien gegeben.

Landowsky war von 1971 bis 2001 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses. Im Zuge des Bankenskandals trat er 2001 als CDU-Fraktionschef und als Chef der Berlin Hyp zurück. Damals zerbrach auch die CDU/SPD-Koalition. Die Bankgesellschaft geriet in eine Schieflage und musste schließlich vom Land Berlin mit einer Milliardensumme gerettet werden.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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