Mittwoch, 21. August 2019

Standort D Hightech-Gründerszene gedeiht

Im Technologiesektor ist der Mut zur Unternehmensgründung trotz der Wirtschaftskrise größer denn je. "Die Gründerszene ist zurzeit lebendig wie lange nicht mehr", sagt der Geschäftsführer des Hightech-Gründerfonds, Michael Brandkamp. Der Fonds ist mit einem Finanzierungsvolumen von rund 272 Millionen Euro ausgestattet.

Bonn - Gründungen auf der Basis neuer Technologien seien ein Ausweg aus der Krise und wichtig für die Zukunft des Standorts Deutschland, sagte Michael Brandkamp, der Geschäftsführer des Hightech-Gründerfonds, am Mittwoch in Bonn. "Für viele Gründungen stellt die Krise eine Chance dar", so Brandkamp.

Der staatlich initiierte Fonds ist das europaweit größte Förderprogramm für Hightech-Gründer. Er steckt Risikokapital in junge, chancenreiche Technologieunternehmen aus allen Branchen, die vielversprechende Forschungsergebnisse umsetzen wollen. 2008 seien in Start-Up-Unternehmen 192 Beteiligungen investiert worden, davon habe der Gründerfonds 120 Anschubfinanzierungen ermöglicht, sagte Brandkamp. Im Jahr davor trug der Gründerfonds 89 von insgesamt 128 Beteiligungen mit. Für 2009 erwartet Brandkamp eine ähnlich positive Entwicklung.

Vor allem Hochschulen und der Mittelstand seien der Nährboden für Gründer, sagte Brandkamp. Das Bundesland mit den meisten vom Fonds geförderten Gründungen ist Bayern (23,3 Prozent), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (14,8 Prozent). Schlusslichter sind Bremen, Sachsen-Anhalt, das Saarland und schließlich Mecklenburg-Vorpommern, das noch keine Start-Up-Finanzierung erhielt. Überdurchschnittlich oft erhielten Firmen aus Hamburg, Sachsen, Thüringen und Schleswig-Holstein eine Finanzierungszusage.

Der lange geforderte Transfer von Wissenschaft und Hochschulen in die Wirtschaft sei mittlerweile gelungen, sagte Brandkamp. Ausgründungen aus Hochschulen erhielten überdurchschnittlich viele Zusagen. Bei 21 Prozent der vom Fonds unterstützten Firmen handele es sich um Ausgründungen aus der mittelständischen Wirtschaft. Auf große Konzerne entfielen dagegen nur knapp 4 Prozent.

Der Fonds ist mit einem Finanzierungsvolumen von rund 272 Millionen Euro ausgestattet, aus dem junge Firmen bis zu 500.000 Euro Starthilfe erhalten. Investoren der Public Private Partnership sind das Bundeswirtschaftsministerium, die KfW-Bankengruppe und die Konzerne BASF Börsen-Chart zeigen, Telekom Börsen-Chart zeigen, Siemens Börsen-Chart zeigen, Bosch, Daimler Börsen-Chart zeigen und Carl-Zeiss Börsen-Chart zeigen Zeiss. 185 Firmen haben seit Gründung des Fonds vor vier Jahren eine Start-Kapitalausstattung erhalten. Die meisten Kapitalzusagen entfielen auf die Sparten Internet und Software-Entwicklung, gefolgt von Medizintechnik und Biotechnologie.

manager-magazin.de mit Material von dpa

© manager magazin 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung