manager-lounge Premiere in Indien

Das Netzwerk der manager-lounge erweitert sich um einen weiteren spannenden Standort: Bangalore in Indien. Zur Eröffnung des Business Clubs diskutierten Vertreter wichtiger Industrien über die Herausforderung Finanzkrise. Indien kann weiter stark wachsen - auch das Ergebnis der Wahlen stimmt die Manager optimistisch.

Bangalore - Der Zeitpunkt war gut gewählt. Die Eröffnung der local lounge in Indien erfolgte zeitlich nahezu parallel zu den Parlamentswahlen in der "größten Demokratie der Welt", wie sich das Land gerne selbst feiert. Die Referenten an diesem Abend im Ista-Hotel in Bangalore vertreten drei Schlüsselbranchen in dem wirtschaftlich aufstrebenden Schwellenland, für das das Thema "Globale Krise - Risiken und Herausforderungen" von besonderer Bedeutung ist.

Als Kenner des indischen Softwaresektors berichtete Clas Neumann, President SAP Labs Bangalore, was sein Unternehmen international und vor Ort unternommen hat, um die Auswirkungen des reduzierten Auftragseingangs zu meistern. "Kosteneinsparungen bei unseren Kunden und die zunehmende Konkurrenz, auch aus China, stellt uns vor neue Herausforderungen", so Neumann über die indischen SAP-Niederlassungen, die mit ihren mehr als 4000 Mitarbeitern hauptsächlich für Kunden in Deutschland arbeiten. Die in den Jahren zuvor stark gewachsene Softwareindustrie des Subkontinents ist weiter abhängig von den Outsourcing-Aufträgen ihrer westlichen Kunden und daher in der Krise besonders anfällig.

Markus Distelhoff, Managing Director der Continental Automotive Components India, sprach über die Lage der Automobilbranche. Continental wurde in Indien durch die Krise hart getroffen, besonders im Bereich Lastkraftwagen. Dadurch, dass die erwarteten Stückzahlen für verschiedene Produkte nicht erreicht werden können, entsteht ein gewaltiger Kostendruck für den Konzern. "Mit zahlreichen Maßnahmen zur Kostensenkung wollen wir diese Situation meistern", so Distelhoff, "auch durch eine intensivere internationale Zusammenarbeit im Bereich Beschaffung."

Die spezifischen Probleme eines mittelständischen Unternehmens erläuterte Hubert Reilard, Managing Director der EFD Induction Limited und zugleich Präsident der neuen local lounge der manager-lounge in Bangalore. "Nachdem klar war, dass die Finanzkrise mit einiger Wucht auch die Realwirtschaft treffen würde, war es zunächst unsere Hauptaufgabe, die Firma liquide zu halten", sagte Reilard. Parallel dazu wurden Initiativen entwickelt, die dem Härteanlagenentwickler und -hersteller kurz- und mittelfristig helfen sollen, um auf globaler Ebene deutlich effizientere Strukturen zu schaffen.

"Hope is back in business"

Alle drei Referenten betonten, dass enorme Anstrengungen notwendig sein werden, um als global agierendes Unternehmen die Krise nicht nur zu meistern, sondern mit wiedererstarkten Kräften auch wieder zu wachsen. "Für den Maschinenbau wird das Jahr 2010 eine noch größere Herausforderung werden als 2009, da die Aufträge, die dann gebraucht werden, zu einem erheblichen Teil schon im Vorjahr eingefahren werden müssen", erwartet EFD-Geschäftsführer Reilard.

Für Indien sieht er jedoch besonders gute Voraussetzungen, die Krise schneller hinter sich zu bringen als andere Länder: "Das Finanzsystem ist intakt, da bürokratische Regeln eine Beteiligung an der weltweiten Blase weitgehend verhindert haben. Auch der Binnenmarkt zeigt sich recht stabil, der Exportanteil am Bruttosozialprodukt ist mit 22 Prozent relativ niedrig."

"Viele Hoffnungen liegen nun auf der neuen Regierung, die mit einer soliden Mehrheit Reformen vorantreiben und in Infrastrukturprojekte investieren könnte", sagt local-lounge-Präsident Reilard. Sicher ist: Die Stimmung im Land ist nach den Wahlen stark gestiegen, nach Bekanntgabe der Ergebnisse und dem Sieg der Kongresspartei sprangen die Aktienkurse deutlich an. Daher gelte für Indien das, was das renommierte Wochenmagazin "India Today" Anfang Juni auf seinem Titelblatt verheißungsvoll zusammenfasste: "Hope is back in business".

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