Insolvenzverwalter Piepenburg soll Arcandor retten

Der Düsseldorfer Insolvenzspezialist Horst Piepenburg soll als Generalbevollmächtigter des Vorstands die operativen Geschäfte bei Arcandor übernehmen. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmte das Essener Amtsgericht den Anwalt Klaus Hubert Görgen. Angestrebt ist eine Sanierung in Eigenverantwortung.

Essen - Piepenburg und Görgen sollen laut Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick das Insolvenzverfahren gemeinsam bewältigen. Piepenburg will den Konzern als Ganzes erhalten. Das umfasse die Mutter Arcandor , die Karstadt Warenhaus AG, die Versandhandelssparte Primondo und Quelle, sagte Piepenburg am Dienstag in Essen. Für diese vier Unternehmen hatte Arcandor getrennte Insolvenzanträge gestellt.

Der Karstadt-Mutterkonzern Arcandor setzt auf eine Sanierung durch ein sogenanntes Insolvenzplanverfahren. Die Planinsolvenz in Eigenverwaltung ermöglicht es einem Unternehmen, sich selbst zu sanieren.

Die Situation des Unternehmens sei nach Einleitung der Insolvenzverfahrens wesentlich besser als vorher, betonte Piepenburg. Drei Monatsgehälter würden durch das Insolvenzgeld abgedeckt. Das entlaste Arcandor und die Töchter um rund 250 Millionen Euro.

Piepenburg habe sich bereits im Vorfeld im Rahmen seiner Tätigkeit als Berater in die komplexen Konzernstrukturen und Geschäftsabläufe der Gruppe eingearbeitet, teilte Arcandor mit. "Gemeinsam mit dem Vorstand wird er die Kontinuität bei der Bearbeitung wichtiger insolvenzspezifischer und operativer Restrukturierungsthemen gewährleisten."

"Den Fortbestand des Unternehmens sichern"

Ziel des Verfahrens sei es, mit einem Insolvenzplan die begonnene Sanierung des Unternehmens und seiner Tochtergesellschaften fortzusetzen und deren Fortbestand zu sichern. "Gemeinsam mit Herrn Dr. Görg und Horst Piepenburg werden wir im Rahmen einer strukturierten Insolvenz die Ziele unseres Ende April vorgestellten Restrukturierungskonzepts konsequent weiter umsetzen."

Der Düsseldorfer Anwalt Piepenburg hatte unter anderem den insolventen Anlagenbauer Babcock Borsig  und den Briefdienstleister Pin Group saniert.

Arcandor hatte am Dienstag Insolvenzantrag gestellt. Beim Amtsgericht Essen sei ein Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens wegen drohender Zahlungsunfähigkeit eingereicht worden, teilte das Unternehmen mit. Auch für die Töchter Karstadt Warenhaus GmbH, die Primondo GmbH und die Quelle GmbH seien entsprechende Anträge gestellt worden.

Vom Insolvenzverfahren unberührt bleiben würden das Touristikunternehmen Thomas Cook Group PLC, an dem Arcandor die Mehrheit hält, der Spezialversender Primondo-Specialty Group GmbH mit seinen Tochter- und Beteiligungsgesellschaften sowie der Homeshopping-Sender HSE24.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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