Playboy Neuer Chef fürs Häschen-Imperium

Der Playboy-Verlag hat einen neuen Chef: Mit Scott Flanders leitet zum ersten Mal in der Firmengeschichte ein externer Manager die Geschicke des krisengebeutelten Verlagskonzerns. Seine Vorgängerin, Hugh-Hefner-Tochter Christie, hatte bereits vor sechs Monaten hingeworfen.

San Francisco - Der 52-Jährige Flanders soll die Verlagsleitung zum 1. Juli übernehmen, wie der Playboy-Verlag mitteilte. Er tritt die Nachfolge von Christie Hefner an, die ihr Amt vor einem halben Jahr aufgegeben hatte. Die Tochter von Firmengründer Hugh Hefner hatte den Konzern 20 Jahre geführt. Als Interims-CEO fungierte der Manager Jerome Kern.

Wie es hieß, soll Flanders einen Vier-Jahres-Vertrag mit einem Startgehalt von 850.000 Dollar ( rund 600.00 Euro) und einer jährlichen Erhöhung von 25.000 Dollar erhalten.

"Es war unwiderstehlich", kommentierte der Medienmanager seinen Wechsel zum Playboy am Dienstag in einem Interview. "Ich kann mir nur schwer einen Job ausmalen, den ich für diese Chance nicht aufgegeben hätte." Vor seinem Einstieg bei dem Bunny-Konzern war Flanders 30 Jahre Chef von Freedom Communications, einem Medienhaus das eine Vielzahl US-Zeitungen herausgibt.

Bei der Suche nach einem Käufer ist man beim Playboy allerdings offenbar noch nicht weiter. Zwar zeigte sich Flanders gegenüber ernsthaften Übernahmegeboten aufgeschlossen. Er will sich aber nach eigenen Worten eher um den Ausbau des Lizenzgeschäftes kümmern, das 2008 rund 14 Prozent zum Umsatz beitrug. Hier sieht Flanders noch viel Luft nach oben.

Wie viele andere Medienunternehmen auch hat der Playboy schwer unter der Krise und schrumpfenden Werbeeinnahmen zu leiden. Alleine im ersten Quartal sanken die Erlöse um mehr als 20 Prozent, Unter dem Strich stand in den ersten drei Monaten ein Minus von 13,7 Millionen Dollar zu Buche, nach 156 Millionen Dollar im Vorjahr.

manager-magazin.de mit Material von ap