Sonntag, 26. Januar 2020

Griechenland Ex-Siemens-Manager verhaftet

Die griechische Justiz hat am Mittwochabend in Zusammenhang mit dem Siemens-Schmiergeldskandal einen Ex-Manager des deutschen Konzerns verhaftet und gegen einen weiteren einen internationalen Haftbefehl ausgegeben.

Athen - Der Haftbefehl wurde für Michael Christoforakos ausgestellt. Von ihm hatte sich der Elektrokonzern getrennt und Ende 2008 auf Schadenersatz verklagt. Die Staatsanwaltschaft von Athen ordnete zudem die Inhaftierung des früheren Chefs der Siemens Griechenland Prodromos Mavridis an.

Griechenland: Bis zu 100 Millionen Euro Schmiergeld von Siemens
Ein weiterer hoher Funktionär des Elektrokonzerns in Griechenland wurde freigelassen, nachdem er eine Kaution in Höhe von 700.000 Euro hinterlegte und das Land nicht verlassen darf.

Christoforakos sollte am Mittwoch vor dem Staatsanwalt in Athen erscheinen. Er ließ jedoch durch seinen Anwalt erklären, er sei krank, er könne nicht reisen und halte sich zurzeit in München auf. Daraufhin gab die griechische Justiz den Haftbefehl aus. Dies berichtete das griechische Fernsehen. Christoforakos und weiteren 33 Personen, darunter auch einem ehemaligen deutschen Siemens-Chef in Griechenland, wird unter anderem Bestechung vorgeworfen.

Die Athener Staatsanwaltschaft hatte bereits im Januar die Konten von insgesamt 34 Personen einfrieren lassen. Darunter sind auch Konten eines ehemaligen sozialistischen Politikers sowie mehrerer hoher Funktionäre der Siemens Griechenland sowie der griechischen Telefongesellschaft OTE.

Nach Schätzungen in der griechischen Presse könnten an griechische Politiker und Funktionäre Schmiergelder in einer Gesamthöhe von bis zu 100 Millionen Euro geflossen sein. Dabei soll es um Aufträge für die Digitalisierung des griechischen Telefonnetzes in den 90er Jahren, Kommunikationssysteme für das griechische Heer und um den Auftrag für das Überwachungssystem für die Olympischen Spiele 2004 gegangen sein.

Bei Siemens waren in den vergangenen Jahren mindestens 1,3 Milliarden Euro in dunklen Kanälen verschwunden. Ein Großteil des Geldes sollen im Ausland als Schmiergeld eingesetzt worden sein.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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