LBBW Jaschinskis 300.000-Euro-Sofortrente

Man setzt ihn vor die Tür. Doch der scheidende LBBW-Chef Siegfried Jaschinski wird nicht am Hungertuch nagen müssen. 300.000 Euro Sofortrente kann er jährlich einstreichen. Derweil geht der politische Streit um den geschassten Manager weiter.

Stuttgart - Der scheidende Chef der LBBW, Siegfried Jaschinski, hat einem Zeitungsbericht zufolge nach Ablauf seines Vertrags sofort Anspruch auf ein hohes Ruhegehalt. Wie die "Stuttgarter Nachrichten" (Donnerstag) unter Berufung auf Bankenkreise berichten, soll Jaschinski von 2010 an rund 300.000 Euro pro Jahr von der Bank erhalten.

Sein Pensionsanspruch betrage nahezu 60 Prozent seines bisherigen Grundgehalts, das bei etwa 500 000 Euro liegt, schreibt das Blatt. Einen Anspruch auf sofortige Auszahlung des Ruhegehalts habe bei der LBBW jeder, der mindestens zehn Jahre im Vorstand war.

Jaschinski ist seit 1994 in Stuttgart Bankvorstand zunächst bei der Südwest LB, nach der Bankenfusion 1999 dann bei der LBBW. Die Höhe des Ruhegehalts gelte als branchenüblich.

Der Krach in der baden-württembergischen CDU-FDP-Koalition um den erzwungenen Abgang von Jaschinski geht indes in die nächste Runde. Die Landesvorsitzende der FDP, Birgit Homburger, forderte den Koalitionspartner auf, die Vorgänge nicht falsch wiederzugeben: "Es wird ja immer gesagt, wir hätten den Ministerpräsidenten zu etwas gezwungen. In Wahrheit ist es so, dass uns die CDU mit der öffentlichen Erklärung, es gehe auf jeden Fall mit Herrn Jaschinski weiter, zu einer öffentlichen Reaktion gezwungen hat", betonte sie gegenüber den "Stuttgarter Nachrichten" (Donnerstag-Ausgabe). "Wir hatten vorher intern klargemacht, dass das nicht geht", so Homburger. "Nicht wir haben die CDU erpresst, die CDU hat uns öffentlich unter Druck gesetzt."

FDP: "Er ist für das schlechte Ergebnis der Bank verantwortlich"

Homburger äußerte zugleich Kritik am scheidenden LBBW-Chef Jaschinski: "Er ist derjenige, der für das schlechte Ergebnis unserer Landesbank verantwortlich ist und der auch in der Vergangenheit eine völlig andere Auffassung von der Zukunft der Landesbank hatte." Mit Nachfolger Hans-Jörg Vetter sieht die FDP-Politikerin die Landesbank wieder auf Erfolgskurs. Dies rechtfertige auch ein höheres Gehalt, meinte sie. "Wir wollen unsere Landesbank gemeinsam mit der CDU wieder auf die Erfolgsspur bringen. Wenn man der Meinung ist, dass es dafür einen personellen Wechsel braucht, dann ist das keine finanzielle Frage", so Homburger.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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