Dienstag, 18. Juni 2019

Götz Rehn Der Biopionier

2. Teil: "Den Menschen dienen"

Alnatura sei eher eine Kulturinitiative, die aus einem geistigen Impuls heraus im Wirtschaftsleben tätig ist. Von Anfang an habe er sich auf Produkte konzentriert, die zu 100 Prozent Bio sind. Auf diese Weise habe die Anwendung von ganzheitlichem Denken auf die Landwirtschaft gefördert werden können.

Sein Ziel sei es immer gewesen, dass die Alnatura-Produkte "den Menschen dienen und die Erde nicht zerstören", sagt Rehn heute. Durch die Unterstützung von Götz Werner, den Gründer der Drogeriemarktkette dm, und den Chef der Lebensmittelkette Tegut, Wolfgang Gutberlet, sei schließlich das Projekt Alnatura ins Rollen gekommen.

Als einer der Ersten entdeckte der Unternehmer das steigende Bedürfnis der Kunden nach ökologischen Lebensmitteln. Nachdem der Diplom-Volkswirt von 1978 bis 1984 bei dem Unternehmen Nestlé Börsen-Chart zeigen unter anderem als Produktmanager für Schokolade tätig war, gründete er 1984 das Unternehmen Alnatura zunächst unter dem Namen "Konzeption und Vertrieb natürlicher Lebensmittel Dr. Rehn". 1987 schließlich eröffnete er in Mannheim den ersten Alnatura-Markt. Heute setzen auch herkömmliche Supermarktketten auf Bio-Waren, die jahrelang nur als Nischenprodukte in den Regalen zu finden waren.

Dass Alnatura die Waren zu zivilen Preisen anbietet, wurde auch in der Wirtschaft wohlwollend registriert. Als die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young Götz Rehn 2005 als Entrepreneur des Jahres ehrte, sagte Laudator Michael Schmitt, Rehn habe das Dilemma überwunden, dass viele Menschen Bio-Lebensmittel zwar sympathisch fänden, wegen der hohen Preise aber nicht zugriffen: "Das ist sinnvolles unternehmerisches Handeln."

Stephen Wolf, ddp

Seite 2 von 2

© manager magazin 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung