Klaus Zumwinkel Themse statt Gardasee

Der frühere Post-Chef Klaus Zumwinkel hat sich in London niedergelassen. Der wegen Steuerhinterziehung verurteilte Unternehmer will in der britischen Hauptstadt ein neues Kapitel aufschlagen. In Deutschland laufen die Ermittlungen gegen ihn im Zuge der Telekom-Affäre weiter.

München - Klaus Zumwinkels Anwalt Hanns Feigen bestätigte gegenüber manager-magazin.de, dass es den 65-Jährigen "aus beruflichen Gründen" nach London ziehe. Er wolle dort als Unternehmer und Investor tätig werden. Seinen Wohnsitz haben er bereits Ende vergangener Woche in die britische Hauptstadt verlegt.

Der frühere Chef der Deutschen Post war im Januar 2009 zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren und einer Geldbuße in Höhe von einer Million Euro verurteilt worden. Daraufhin hatte er einen Monat später seinen Wohnsitz gewechselt. Er zog von Köln auf seine Burg am Gardasee in Italien. Seine Burg wolle er weiter privat nutzen hieß es nun. Seine Bewährungsauflagen zwingen ihn, jede Adressänderung bei den Behörden anzugeben.

Auf der Burg am Gardasee bekam Zumwinkel kürzlich erneut Besuch von der Staatsanwaltschaft. Gegen Zumwinkel wird derzeit auf eine Anzeige der Deutschen Telekom hin ermittelt. Bei der Telekom war intern aufgedeckt worden, dass 2005 und 2006 unter anderen Journalisten und Aufsichtsräte bespitzelt wurden. Zumwinkel war Aufsichtsratschef bei der Telekom. Das Unternehmen wirft ihm Pflichtverletzungen vor und fordert Medienberichten zufolge eine Million Euro Schadenersatz von ihm.

Auch der damalige Telekom-Vorstandsvorsitzende Kai-Uwe Ricke gerät in Bedrängnis. Das Unternehmen fordert nach Angaben aus Unternehmenskreisen von seinem früheren Chef eine Million Euro Schadenersatz. Sollte er nicht freiwillig zahlen, werde man klagen.

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa

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