Adecco De Maeseneire kehrt zurück

Patrick De Maeseneire wird neuer Konzernchef des Schweizer Personalvermittlers Adecco. De Maeseneire, derzeit noch CEO beim Schokoladenherstellers Barry Callebaut, kennt Adecco bereits von früher.

Zürich - Der Belgier Patrick De Maeseneire gibt nach sieben Jahren seine Position beim Schokoladekonzern Barry Callebaut auf und löst zum 1. Juni Dieter Scheiff ab, wie Adecco  am Donnerstag mitteilte. Scheiff hatte die Adecco-Führung erst vor drei Jahren im Zuge der Übernahme der deutschen Personalvermittlerin DIS  übernommen. Er verlässt das Unternehmen, Gründe für seinen Abgang wurden zunächst nicht genannt.

De Maeseneires Posten bei Barry Callebaut übernimmt per 1. August Jürgen Steinmann. Der Deutsche ist derzeit noch operativer Chef des niederländischen Tierfutterherstellers Nutrexo. Interimistisch, also für den Zeitraum zwischen 1. Juni und 1. August, übernimmt Andreas Jacobs, Verwaltungsratspräsident des Kakao- und Schokoladegiganten, die Konzernführung.

"Die Strategie des Konzerns bleibt unverändert", sagte Adecco-Verwaltungsratspräsident Rolf Dörig zu Reuters. Die Ernennung des Belgiers werde Adecco allerdings helfen, das Geschäft mit der Vermittlung von Fachkräften zu optimieren, sagte er. Adecco hatte bereits in der Vergangenheit erklärt, das gewinnträchtige Geschäft mit der Vermittlung von Spezialisten wie Ingenieuren und Juristen vorantreiben zu wollen.

De Maeseneire verfügt über eine mehrjährige Erfahrung innerhalb von Adecco. Er hat von 1998 bis 2002 für den weltgrößten Personalvermittler gearbeitet, zunächst als Geschäftsleiter in den Benelux-Staaten, danach zwei Jahre in New York, wo er für das weltweite Fachkräftegeschäft zuständig war.

Die deutsche Familie Jacobs, die rund ein Drittel an Adecco und annähernd zwei Drittel von Barry Callebaut besitzt, habe bei der Ernennung keine Rolle gespielt, sagte Dörig. Er bestätigte außerdem die im März gemachten Angaben zum Ausblick des Personalvermittlers. Damals hatte das Unternehmen erklärt, das langfristige Ziel einer operativen Marge von mehr als fünf Prozent habe immer noch Gültigkeit, obgleich dieses nur in einem "günstigen Marktumfeld" erreichbar sei.

Der Reingewinn von Adecco sank im ergangenen Jahr im Zuge der Weltwirtschaftskrise um einen Drittel auf 495 Millionen Euro. Damit wurden die Erwartungen der Finanzanalysten nicht erfüllt. Laut den Anlageexperten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) hat sich die Situation an den Arbeitsmärkten zudem in jüngster Zeit nicht verbessert. Es sei deshalb gut möglich, dass Adecco im ersten Quartal einen Verlust ausweisen müsse.

Der neue Mann beim Personalvermittler scheint den Anlegern indes Mut zu machen. An der Schweizer Börse legten die Adecco-Aktien bis zur Mittagszeit über 5 Prozent auf 38 Franken zu. Der Swiss Market Index (SMI ), in dem Adecco enthalten sind, tendiert derweil um plus 2,5 Prozent. Barry Callebaut stehen rund 1,5 Prozent im Plus.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen