Arbeiterproteste Konzernchef Pinault eingekesselt

François-Henri Pinault ist der reichste Mann Frankreichs, zu seinem Luxusgüterkonzern PPR gehören Marken wie Gucci und Puma. Pinault wurde nun das bisher prominenteste Opfer der Unruhen unter französischen Arbeitern und Angestellten: Als er eine Konferenz verlassen wollte, wurde sein Taxi eingekesselt.

Paris - Wütende Angestellte haben am Dienstag den Chef des französischen Luxus- und Handelsgüterkonzerns PPR , François-Henri Pinault, eingekesselt. Nach einer Konferenz in Paris hätten etwa 50 Demonstranten Pinaults Taxi umzingelt, bis die Polizei eingriff, teilten französische Gewerkschafter mit.

Erst nach einer Stunde habe Pinault seine Fahrt demnach fortsetzen können. Sprecher seines Konzerns erklärten, er sei "nur kurz" bei der Abfahrt behindert worden. Bei den Demonstranten handelte es sich demnach um Angestellte zweier Unternehmen der PPR-Gruppe, Fnac und Conforama, denen im Zuge eines Sparprogramms ein massiver Jobabbau droht. Im Gespräch ist der Wegfall von 1200 Arbeitsplätzen.

Pinault ist einer der reichsten Männer Frankreichs. Zu seiner Gruppe PPR (Pinault Printemps Redoute) gehört auch das Luxus-Label Gucci und die deutsche Sportbekleidungsmarke Puma.

Ebenfalls am Dienstag hatten Arbeiter einer Fabrik des US-Baumaschinenherstellers Caterpillar  in Grenoble fünf Manager gefangen genommen, um so gegen die geplante Streichung Hunderter Stellen in der südfranzösischen Stadt zu protestieren.

Ähnliche Fälle hatten sich zuvor bereits bei Sony  und dem US-Konzern 3M in Frankreich zugetragen. Beide Male berichteten Gewerkschafter danach, sie hätten den Manager Zugeständnisse abringen können.

Die Polizei agierte in all diesen Fällen zurückhaltend, um den Ausbruch von Gewalttätigkeiten zu vermeiden. Bei François-Henri Pinault war es das erste Mal, dass die Sicherheitskräfte zur Befreiung der betroffenen Manager eingreifen mussten.

Französische Geschäftsleute sind laut Berichten der Nachrichtenagentur Reuters zunehmend besorgt über die wachsenden sozialen Spannungen in den Arbeitsbeziehungen. Sie fühlen sich als Sündenböcke für eine Situation, die sie nicht verursacht hätten.

manager-magazin.de mit Material von afp und reuters