Julius Bär 35-Jähriger wird Chef

Boris Collardi wird neuer Chef der Zürcher Privatbank Julius Bär. Der erst 35-Jährige bisherige Chief Operating Officer tritt am 1. Mai die Nachfolge von Johannes de Gier an. Dieser hatte nach dem Selbstmord des früheren Bär-Chefs die vorübergehende Leitung der Bank übernommen.

Zürich - Der Verwaltungsrat der drittgrößten Schweizer Bankengruppe Julius Bär  hat Boris Collardi überraschend zum neuen Chief Executive Officer ernannt. Der erst 35-Jährige löst Interimschef Johannes de Gier per 1. Mai ab. De Gier hatte das Ruder des Vermögensverwalters übernommen, nachdem sich der frühere CEO Alex Widmer Ende 2008 im Alter von 52 Jahren das Leben genommen hatte.

Collardi stammt aus der Schule der Credit Suisse (CS) und hatte bereits bei der Großbank unter seinem Mentor Alex Widmer Karriere gemacht. Bei der CS bekleidete Collardi unter anderem die Funktion des Global Chief Financial Officer. Als Widmer zu Julius Bär wechselte, folgte ihm sein Zögling nach 12 Jahren bei der Credit Suisse . Bei der auf das Geschäft mit vermögenden Kunden aus aller Welt spezialisierten Bank erhielt Collardi 2006 den Posten des operativen Chefs. Als solcher war er zuständig für zahlreiche Bereiche, etwa IT, Kommunikation, Recht oder Personal. Aus unternehmensnahen Kreisen wird Collardi deshalb mangelnder Kundenkontakt vorgeworfen.

Trotz dieser Bedenken sieht der Verwaltungsrat in Collardi den geeigneten Mann. "Dank seines ausgezeichneten professionellen Leistungsausweises und seiner profunden Kenntnisse des Geschäftsmodells der Bank Julius Bär kann Boris auf die uneingeschränkte Unterstützung sowohl des Managements als auch der gesamten Organisation zählen", sagte Verwaltungsratspräsident Raymond Bär in der Presseerklärung zu Collardis Wahl.

Nach dem Führungswechsel wird sich Johannes de Gier auf seine Funktion als Verwaltungsratspräsident der GAM Holding konzentrieren. Dort soll er den Ausbau der aktiven und alternativen Vermögensverwaltung vorantreiben.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen