Ergebniseinbruch Klöckner wechselt Chef aus

Der Chef des Stahlhändlers Klöckner & Co, Thomas Ludwig, verlässt zum Jahresende das Unternehmen. Sein Nachfolger soll Finanzchef Gisbert Rühl werden. Das Unternehmen will nach einem Ergebniseinbruch in diesem Jahr den Sparkurs verschärfen.

Duisburg/Düsseldorf - Der Vorstandsvorsitzende des Stahlhändlers Klöckner & Co (KlöCo) , Thomas Ludwig, gibt Ende 2009 seinen Posten auf. Finanzvorstand Gisbert Rühl tritt die Nachfolge an, wie das Unternehmen am Montagabend mitteilte. Der Aufsichtsrat habe der Bitte von Ludwig entsprochen, ihn zum Jahreswechsel aus seinem Amt zu entlassen. Es sei der Wunsch von Ludwig gewesen, den langfristig geplanten Generationswechsel in der Führung zu vollziehen.

Der 60-jährige Ludwig hatte den Vorstandsvorsitz 2003 übernommen und 2006 den Börsengang des Unternehmens begleitet. Finanzvorstand Rühl ist seit Mitte 2005 Mitglied im Vorstand. "Gisbert Rühl hat, in enger Kooperation mit Dr. Ludwig, wesentlich zur positiven Entwicklung des Unternehmens beigetragen. Er bringt alle Fähigkeiten mit, um das Unternehmen durch eine schwierige Marktphase zu führen.", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Vogel. Vor seiner Zeit bei Klöckner & Co SE hatte der 50-jährige Rühl Führungspositionen in internationalen Konzernen und im Beratungsgeschäft. Über die Nachfolge des Finanzvorstands werde der Aufsichtsrat zu gegebener Zeit entscheiden.

Unterdessen veröffentlichte Klöco am Dienstag den aktuellen Geschäftsbericht. Das Unternehmen hatte in den ersten neun Monaten glänzende Zahlen geschrieben, im vierten Quartal brachen die Geschäfte jedoch infolge der Wirtschaftsflaute ein. Den Überschuss für 2008 bezifferte das Unternehmen am Dienstag auf 384 (156) Millionen Euro. Dabei profitierte KlöCo auch von einem Unternehmensverkauf. Der Umsatz wurde bereits Anfang des Monats auf 6,7 (6,3) Milliarden Euro beziffert. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 62 Prozent auf 600 Millionen Euro.

"Ob die Maßnahmen ausreichen, ist nicht abzuschätzen"

Der Stahlhändler stellt sich wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise im laufenden Jahr auf einen starken Ergebniseinbruch ein und schließt weitere Sparmaßnahmen nicht aus. Das Absatzniveau werde 2009 voraussichtlich "deutlich" unter dem des Vorjahres liegen, bei dem Rückgang der Stahl- und Metallpreise sei noch kein Ende erkennbar. "Ob die vor diesem Hintergrund ergriffenen und geplanten Maßnahmen insgesamt ausreichen, ist zurzeit nicht abzuschätzen", hieß es im Geschäftsbericht.

Eine konkrete Prognose blieb Ludwig weiter schuldig. Er rechnet aber mit schwarzen Zahlen, ab 2010 erwartet er eine Erholung. Bereits im Herbst 2008 hatte KlöCo in Reaktion auf den einsetzenden Nachfrageeinbruch und den Preisverfall ein umfangreiches Sparprogramm eingeleitet. Anfang März schob das Unternehmen ein zweites nach. Im Rahmen beider Programme werden unter anderem 1500 Stellen gestrichen, zudem hat KlöCo den Akquisitionskurs bis auf Weiteres auf Eis gelegt.

KlöCo leidet wie die Stahlproduzenten auch unter den ausbleibenden Bestellungen aus der Auto-, Bau- und Maschinenbaubranche. Seit Herbst ist die Nachfrage drastisch eingebrochen, die Preise stürzten ins Bodenlose. 2008 hatte KlöCo trotz der bereits zum Jahresende einsetzenden Krise den Umsatz um rund 8 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro verbessert, der operative Gewinn (Ebitda) stieg um 62 Prozent auf 600 Millionen Euro.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters