General Motors "Fix-it-Fritz" soll es richten

Fritz Henderson gilt als erfahrener Krisenmanager. Dennoch dürften die bevorstehenden Aufgaben seine bislang größte Herausforderung sein: Der neue GM-Chef soll die Opel-Mutter vor dem Aus bewahren.

Frankfurt/Main - Fritz Henderson eilt der Ruf eines erfahrenen Krisenmanagers voraus. Jetzt soll der 50-Jährige mit dem Spitznamen "Fix-it-Fritz" (Bring es in Ordnung Fritz) als Vorstandschef den ums Überleben kämpfenden Autogiganten General Motors  auf Kurs bringen. Helfen dürfte ihm dabei seine langjährige Erfahrung bei GM. Zuletzt war der eher hemdsärmlig auftretende Manager als Chief Operating Officer im GM-Vorstand für das Tagesgeschäft verantwortlich und damit die Nummer zwei hinter Rick Wagoner.

Auch für die Opelaner ist der Manager kein Unbekannter. Henderson war bis 2005 Chef von GM Europe mit den Marken Opel, Vauxhall und Saab. In seine Zeit fällt der Umbau des Europa-Geschäfts verbunden mit Kostensenkungen und dem Abbau von allein 9500 Stellen bei Opel.

Trotz der drastischen Einschnitte setzt Opel-Betriebsratschef Klaus Franz im Kampf um den Erhalt von Opel seine Hoffnung auf Henderson. "Wir kennen uns seit langer Zeit und können uns gegenseitig einschätzen", sagte Franz am Montag. Henderson sei ein Mann, mit dem man argumentieren und den man mit Argumenten auch überzeugen könne.

Harvard-Absolvent und Finanzvorstand

Wie Vorgänger Wagoner startete Henderson mit einem Business-Diplom der Elite-Universität Harvard seine Karriere bei General Motors in der Finanzabteilung. Nach dem Einstieg 1984 folgten verschiedene Stationen im Ausland: Brasilien, Singapur und schließlich Europa. Anfang 2006 holte ihn Wagoner als Finanzvorstand an den GM-Firmensitz in Detroit zurück. Hintergrund war die sich dramatisch verschlechternde Lage bei GM.

Das Unternehmen hatte 2005 einen Verlust von 10,4 Milliarden Dollar eingefahren, davon allein 5,6 Milliarden in Nordamerika. GM zog die Notbremse: 30.000 Jobs in den USA wurden gestrichen, zwölf Werke geschlossen und die Vergütungen für Führungskräfte gesenkt. Für 2006 konnte Henderson als Finanzchef erste Erfolge präsentieren, der Verlust sank deutlich auf zwei Milliarden Dollar.

In den folgenden zwei Jahren häufte GM allerdings ein Minus von insgesamt 68 Milliarden Dollar an, das Unternehmen wird nur noch durch milliardenschwere Finanzspritzen der US-Regierung am Leben gehalten. Henderson dürfte als neuer Vorstandschef des maroden Autokonzerns daher kaum Zeit für sein Hobby, die Lektüre von Thrillern, bleiben.

Friederike Marx, ap