Dresdner Bank Ex-Chef Walter verzichtet auf Abfindung

Nach massiver Kritik verzichtet der ehemalige Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter auf seine Abfindung in Höhe von 3,6 Millionen Euro. Die Zahlungen seien zwar rechtens, doch er könne nachvollziehen, dass sie "bei vielen Menschen auf Unverständnis stoßen".

"Mit Rücksicht auf die massiven Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die Dresdner Bank verzichte ich auf diese Abfindung", sagte Walter der Zeitung "Bild am Sonntag" laut Vorabmeldung. Er betonte, die Vereinbarung sei rechtens gewesen: "Meine Verträge mit Allianz und Dresdner Bank wären noch knapp vier Jahre gelaufen, so ergibt sich rein rechtlich der Anspruch auf eine Abfindung".

Er fügte hinzu: "Ich kann nachvollziehen, dass die Vergütungssysteme von Banken bei vielen Menschen auf Unverständnis stoßen."

Obwohl die Dresdner Bank im vergangenen Jahr 6,3 Milliarden Euro Verlust gemacht hatte, kassierten ihre Topmanager zuletzt deutlich mehr als jeder andere Bankvorstand in Deutschland. Die Vorstände des Instituts, das inzwischen mit staatlicher Hilfe von der Commerzbank übernommen wurde, bekamen insgesamt gut 58 Millionen Euro und damit mehr als doppelt so viel wie 2007, wie aus dem Geschäftsbericht der Dresdner Bank am Freitag hervorging.

Größter Posten der Summe sind Abfindungen und Pensionsansprüche der Vorstandsmannschaft, von der niemand bei der Commerzbank weiterbeschäftigt wird.

Bezüge der neun Ex-Vorstände scharf kritisiert

Die Millionen-Bezüge sind in der Bundesregierung scharf kritisiert worden. Mit solch einem unanständigen Verhalten fügten diese Leute unserem Gesellschaftssystem schweren Schaden zu, sagte Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) der "Bild"-Zeitung vom Samstag.

Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte dem Blatt: "Ich habe kein Verständnis für maßlose Forderungen von Managern, deren Unternehmen ohne die Hilfe der Steuerzahler heute keine Gehälter und schon gar keine Boni mehr zahlen könnten." Es sei eine Frage des Anstands, dass die Manager ihre Boni zurückzahlten oder spendeten, zitierte "Bild" den Minister.

In den USA hatten nach einer öffentlichen Debatte Manager des Versicherungsriesen AIG Boni in Höhe von rund 50 Millionen Dollar zurückgegeben, nachdem bekanntgeworden war, dass das Institut trotz milliardenschwerer Staatshilfen Prämien von 218 Millionen Euro ausgeschüttet hatte.

In der US-Politik wurde daraufhin sogar über eine Strafsteuer in Höhe von 90 bis 100 Prozent nachgedacht, um die Boni zurückzuholen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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