Hedgefondsmanager Finanzjongleure streichen Milliarden ein

Während die Weltwirtschaft wankt, kassieren sie Milliarden. Die 25 erfolgreichsten Hedgefondsmanager haben 2008 einem Branchenbericht zufolge zusammen 11,6 Milliarden Dollar eingestrichen. Vier Finanzjongleure knackten mit ihrem Jahreseinkommen sogar die Milliardengrenze - pro Person, versteht sich.

New York - Einkommenskrösus mit allein 2,5 Milliarden Dollar sei im Jahr 2008 der 70-jährige James Simons mit seiner US-Investmentfirma Renaissance Technologies gewesen, berichtet das Branchenmagazin "Alpha" am Mittwoch. Aber auch drei weitere Hedgefondsmanager, darunter der legendäre George Soros, profitierten von der Krise und strichen im vergangenen Jahr jeweils mehr als eine Milliarde Dollar an Vergütungen und Prämien ein.

Hedgefonds gelten als eine der risikoreichsten Formen von Investments. Ihre Manager nutzen die gesamte Trickkiste der Finanzmärkte und sie sind weitgehend frei in ihrer Anlagestrategie. Die Fonds können etwa auch mit fallenden Kursen Geld verdienen - wenn sie denn rechtzeitig auf einen Absturz der Kurse und der Weltwirtschaft wetten.

John Paulson: Knapp 6 Milliarden Dollar in zwei Jahren

Auf die ersten Plätze schafften es hinter Simons der Vorjahressieger John Paulson (Paulson & Co) mit einem Einkommen von rund 2 Milliarden Dollar sowie John Arnold (Centaurus Energy) mit 1,5 Milliarden Dollar Jahresverdienst.

John Paulson hatte im Krisenjahr 2007 3,7 Milliarden Dollar verdient, weil er früher als alle anderen auf das Platzen der Kreditblase gesetzt hatte. Soviel hatte bislang noch kein anderer Hedgefondsmanager eingestrichen - insofern dürfte Paulson sein auf 2 Milliarden Dollar gesunkenes Einkommen im Jahr 2008 locker verkraften.

Auf Platz vier der Rangliste für 2008 folgt bereits George Soros mit 1,1 Milliarden Dollar. Soros hatte Anfang der 90er Jahre mit seinen Spekulationen das britische Pfund schwer unter Druck gebracht. An fünfter Stelle rangiert Raymond Dalio, der es mit seinem Hedgefonds Bridgewater Associates "nur" auf ein persönliches Jahreseinkommen von 780 Millionen Dollar brachte.

Die Verlierer vernichteten Milliarden

Die besten Europäer unter den Krisengewinnlern kamen auf Rang neun. Jeweils 250 Millionen Dollar kassierten David Harding (Winton Capital Management) und Alan Howard (Brevan Howard Asset Management) mit Sitz in London.

Im Schnitt seien die Vergütungen der Branche in der Finanzkrise allerdings 2008 gesunken, hieß es. So vernichteten die acht größten Verlierer der Rangliste zusammen 6,2 Milliarden Dollar ihres eigenen Vermögens. Hedgefondskunden zogen wegen der Krise zudem zuletzt enorme Summen aus den Firmen ab.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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