Ford Chef erhält 13,6 Millionen Dollar

Der Autokonzern fuhr zuletzt fast 15 Milliarden Dollar Verlust ein, dennoch verdiente Unternehmenschef Alan Mulally im vergangenen Jahr 13,6 Millionen Dollar - allerdings vor allem in Form von Aktienoptionen. In Deutschland sind die Vergütungen von Vorstandschefs durchschnittlich um 11 Prozent gesunken.

Dearborn - Der Chef des Autobauers Ford , Alan Mulally, hat im vergangenen Jahr insgesamt 13,6 Millionen Dollar verdient. Zwei Millionen Dollar der Gesamtsumme habe Mulally in bar als sein Grundgehalt bekommen, teilte der zweitgrößte US-Hersteller am Sitz in Dearborn im Staat Michigan mit. Der Rest seien aktienbasierte Vergütungen.

Der endgültige Wert der Aktienoptionen hängt von Fords Kursentwicklung an der Börse ab, die Einlösung der Papiere ist erst in späteren Jahren möglich. Einen Bonus erhielt Mulally im Gegensatz zu 2007 nicht.

Insgesamt ist Mulallys Vergütung im vergangenen Jahr um 37 Prozent geringer ausgefallen als ein Jahr zuvor. Allerdings dürfte dies die Arbeitnehmer und Aktionäre kaum trösten. Denn Ford hatte 2008 einen Rekordverlust von fast 15 Milliarden Dollar eingefahren.

Für das laufende und das kommende Jahr habe der Konzernchef einer Kürzung seines Grundgehalts um 30 Prozent zugestimmt, teilte das Unternehmen weiter mit. Einschnitte gibt es auch für andere Manager, aber auch für die Angestellten, etwa in der Verwaltung.

Ford kommt anders als die Wettbewerber General Motors  (GM) und Chrysler trotz seiner Verluste bislang ohne Staatshilfen aus. Der 63-jährige Mulally hatte im September 2006 das Steuer des Autobauers übernommen. Seither schrieb Ford in jedem Jahr tiefrote Zahlen - insgesamt rund 30 Milliarden Dollar in den vergangen drei Jahren. Mit operativen Gewinnen rechnet der Konzern frühestens im Jahr 2011.

Neben Mulally haben vier weitere Spitzenmanager der obersten Führungsriege für 2008 Vergütungspakete von zusammen fast 15 Millionen Dollar bekommen. Ihre davon in bar ausgezahlten Grundgehälter und Boni lagen bei knapp fünf Millionen Dollar.

In Deutschland sind die Vergütungen von Vorstandschefs im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Dies ergebe die Auswertung der Geschäftsberichte von 25 der 30 Unternehmen im Deutschen Aktienindex, berichtet die "Frankfurter Rundschau". Durchschnittlich sei die Vergütung um elf Prozent auf 4,1 Millionen Euro zurückgegangen. Spitzenreiter sei neuerdings Martin Winterkorn, Chef von Volkswagen , mit Gesamtbezügen von 12,7 Millionen Euro.

Der bisherige Topverdiener Josef Ackermann von der Deutschen Bank büßte 90 Prozent seines vorigen Einkommens ein und verdiente noch 1,4 Millionen Euro. An zweiter Stelle rangiere Peter Löscher von Siemens  mit 9,8 Millionen Euro. Etwa zwei Drittel der Bezüge seien variabel und leistungsabhängig.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und ddp

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