Boni AIG-Manager zahlen 50 Millionen Dollar zurück

Nach heftiger Kritik in der Öffentlichkeit wollen 18 von 25 Topmanagern des taumelnden Versicherungsriesen AIG ihre Boni zurückzahlen. Damit ist jetzt gut ein Drittel der 165 Millionen Dollar wieder im Unternehmen. Einige Abkassierer weigern sich jedoch. Sie bestehen auf ihre "Erfolgsprämie".

Washington - Neun der zehn Manager mit den höchsten Zulagen hätten sich zur Rückzahlung der Boni bereiterklärt, sagte der verantwortliche New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo. Von 25 Topmanagern auf der Liste haben laut "Washington Post" insgesamt 18 der Rückzahlung zugestimmt. Boni in Höhe von rund 50 Millionen Dollar werden Manager des schwer angeschlagenen US-Versicherungsriesen AIG  zurückzahlen.

AIG konnte nur mit bislang 170 Milliarden Dollar Steuergeld vor dem Kollaps bewahrt werden. Dies hält einige AIG-Manager jedoch nicht davon ab, auf die Auszahlung ihrer "Erfolgsvergütung" zu bestehen.

Die Namen der Manager sollen nicht veröffentlicht werden. Dies, sagte Cuomo, sei nicht im Interesse der Öffentlichkeit. Er hoffe insgesamt 80 Millionen Dollar und damit knapp die Hälfte der am 15. März ausgeschütteten Boni zurückzubekommen, sagte Cuomo. Er bedankte sich bei den rückzahlungswilligen Managern für ihre Einsicht: Diese hätten richtig gehandelt und "dem Land gegeben, was es braucht".

Viele Manager außerhalb der USA bestehen auf Boni

Rund 47 Prozent der Prämien seien an US-Bürger geflossen. Einige Begünstigte hätten sich geweigert, das Geld zurückzugeben - darunter viele Empfänger außerhalb der USA. Insgesamt hätten mehr als 400 AIG-Mitarbeiter Prämien bekommen. Die höchste habe sich 6,4 Millionen Dollar belaufen, sechs Mitarbeiter haben laut Cuomo jeweils mehr als vier Millionen Dollar erhalten.

Der Generalstaatsanwalt untersucht, ob die Zahlung von Zulagen rechtmäßig war, weil AIG lediglich durch Staatshilfen in Milliardenhöhe am Leben gehalten wurde. Der Versicherer gehört nunmehr zu etwa 80 Prozent dem Staat.

Möglicherweise müssten die Manager ohnehin einen Großteil des Geldes an den Staat zurückzahlen: Das Repräsentantenhaus stimmte am Donnerstag für ein Gesetz, mit dem die Boni von Managern, die über ein Familienjahreseinkommen von mindestens 250.000 Dollar verfügen und deren Firmen mindestens fünf Milliarden Dollar aus dem staatlichen Rettungsfonds bekommen haben, mit einer hohen Strafsteuer belegt werden sollen. Die Zustimmung des US-Senats zu der Gesetzesvorlage gilt allerdings als fraglich.

manager-magazin.de mit Material von afp und ap

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