Autos, Jachten, Häuser Staat greift nach Madoffs Vermögen

Er hat Anleger um sagenhafte 50 Milliarden Dollar geprellt - nun muss Wall-Street-Betrüger Bernard Madoff selbst bluten. Die Staatsanwaltschaft greift nach seinem Vermögen. Autos, Jachten, Häuser - Madoff wird wohl nicht viel bleiben.

New York - Die amerikanischen Staatsanwälte greifen nach dem Vermögen des Wall-Street-Betrügers Bernard Madoff: Sie wollen unter anderem Häuser, Boote und Autos im Millionenwert beschlagnahmen, die ihm und seiner Frau gehören. Das geht aus einem Gerichtspapier hervor, dass am Montag in New York veröffentlicht wurde.

Es geht auch um die rund sieben Millionen Dollar teure Luxuswohnung in Manhattan, in der Madoff seit Dezember unter Hausarrest stand. Sie ist auf den Namen seiner Frau eingetragen, gegen die keine Vorwürfe erhoben wurden. Außerdem aufgelistet sind ein mehr als zehn Millionen Dollar teures Domizil in Florida, eine Jacht und drei andere Boote, vier Autos und ein auf 39.000 Dollar geschätzter Steinway-Flügel.

Die Anwälte von Madoffs Ehefrau Ruth betonen, dass sie wegen der Vorwürfe gegen ihren Mann nicht enteignet werden könne. Sie habe die Wohnung in Manhattan persönlich 1984 gekauft und zehn Jahre später die Immobilie in Florida. Die Staatsanwälte betonten hingegen, dass sie auch 17 Millionen Dollar von ihren Konten sowie auf ihren Namen gehaltene Anleihen im Wert von 45 Millionen Dollar beschlagnahmen wollen.

Madoff, ein Wall-Street-Finanzier, der seine Kunden in einem "Schneeball-System" um Dutzende Milliarden Dollar gebracht haben soll, hatte sich vergangene Woche in allen Anklagepunkten für schuldig erklärt. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Das Strafmaß soll am 16. Juni bekanntgegeben werden. Ihm drohen - wenn man das Höchstmaß für alle elf Anklagepunkte addiert - bis zu 150 Jahre Haft. Er selbst hatte den Schaden im Dezember auf 50 Milliarden Dollar geschätzt. Das wäre mit Abstand der größte Betrug der Wirtschaftsgeschichte.

manager-magazin.de mit Material von dpa