Siemens Globalisierung in der Chefetage

Siemens hat sich eine neue Führungskräftestrategie verschrieben: Das Management soll internationaler werden. "Siemens verfügt rund um den Erdball über einen riesigen Talentpool. Diesen Wettbewerbsvorteil werden wir weiterentwickeln", sagte Siemens-Chef Peter Löscher.

München - Siemens  will sein Management internationaler besetzen und vielversprechende Nachwuchskräfte stärker fördern. "Bis 2011 werden wir die Vielfalt innerhalb unserer Führungsmannschaft weltweit systematisch ausbauen", sagte Siemens-Managerin Jill Lee am Montag in München.

Der Konzern mit weltweit 430.000 Beschäftigten habe rund zwei Drittel seiner Belegschaft außerhalb Deutschlands. Zugleich seien nur 30 Prozent der Stellen im oberen Management international besetzt. "Das passt nicht zusammen, und das werden wir in den kommenden Jahren ändern", sagte Lee. Jedes Talent rund um den Globus solle Schlüsselfunktionen im Konzern erreichen können.

Gerade angesichts des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels sei die Vielfalt eine Grundvoraussetzung für den Unternehmenserfolg. Das Angebot an qualifizierten Fach- und Führungskräften in den Industriestaaten werde immer knapper. Deshalb sei das Thema auch als wichtiger Bestandteil in der Unternehmensstrategie verankert worden.

Siemens-Chef Peter Löscher bezeichnete die Internationalität als eine der Stärken des Unternehmens: "Siemens verfügt rund um den Erdball über einen riesigen Talentpool. Diesen Wettbewerbsvorteil werden wir konsequent weiterentwickeln." Um den jeweils besten Kandidaten für eine Position zu finden, werde man Leistungsträger weltweit aufspüren und fördern. Auch interdisziplinäre Karrieren zwischen verschiedenen operativen Geschäftseinheiten sollen vorangetrieben werden.

Dabei sollen internationale Netzwerke helfen. Als erstes soll an diesem Donnerstag ein weltweites Siemens-Netzwerk an den Start gehen, mit dem der weibliche Führungskräftenachwuchs gefördert werden soll. Zuletzt habe der Frauenanteil im Siemens-Management bei 14 Prozent gelegen, im Top-Management seien es allerdings nur 7 Prozent gewesen. Über ein zweites Netzwerk will Siemens Nachwuchskräfte aus den wachstumsstarken Ländern Brasilien, China, Indien und Russland zusammenbringen.

manager-magazin.de mit Material von dpa