Pensionszahlung Wut auf Zumwinkel wächst

"Absoluter Skandal", "die Taschen vollgestopft": Ex-Post-Chef Klaus Zumwinkel bekommt den geballten Zorn der Politik zu spüren, weil er sich seine Pensionsansprüche vorzeitig hat auszahlen lassen. Derweil wurde bekannt, dass es ihm Ex-Postbank Chef Wulf von Schimmelmann gleich getan hat.

Bonn - Die Auszahlung einer 20-Millionen-Euro-Pension an den wegen Steuerhinterziehung verurteilten Ex-Post-Chef Klaus Zumwinkel ist auf scharfe Kritik gestoßen. Die Pensions-Auszahlung sei "ein absoluter Skandal", sagte der CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer der "Bild am Sonntag". "Die kleinen Leute zittern um ihren Arbeitsplatz und verzichten auf Gehalt, und Herr Zumwinkel stopft sich die Taschen voll."

Für die Zukunft rate er allen Unternehmen, die Arbeitsverträge mit Topmanagern so zu fassen, dass "verurteilte Straftäter nicht im Nachhinein noch Kasse machen können", sagte Seehofer.

Zumwinkel, der inzwischen auf einer sanierten Burg am Gardasee in Italien, deren Wert er selbst vor Gericht auf fünf Millionen Euro beziffert hatte, verteidigte die Auszahlung. "Ich bin doch nicht der einzige, der sich seine Rente frühzeitig ausbezahlen lässt", sagte er der "Bild am Sonntag". "In meinem Arbeitsvertrag war die Wahlmöglichkeit vorgesehen und ich habe die Möglichkeit der Kapitalbasis wahrgenommen." Das sei bei der Post ein ganz normaler Vorgang.

Neben Zumwinkel hat sich auch der ehemalige Postbank-Vorstandschef Wulf von Schimmelmann seine gesamte Pension auszahlen lassen, wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtete. Schimmelmann, inzwischen Aufsichtsratschef bei der Deutschen Post , habe von seinem Wahlrecht Gebrauch gemacht, sich das Geld komplett auszahlen zu lassen. Bei Schimmelmann seien etwa elf Millionen Euro angefallen, wie sich aus dem Postbank-Geschäftsbericht erschließen lasse.

SPD-Generalsekretär Hubertus Heil sagte dem Blatt: "Dieses Verhalten ist eine Unverschämtheit gegenüber allen in unserem Land, die hart arbeiten, ehrlich Steuern zahlen und sich an die Regeln halten." Die Vizepräsidentin des Sozialverbandes VdK, Carin Hinsinger, sagte: "Für 20 Millionen Rentner, die sich teilweise in Nebenjobs noch etwas dazu verdienen müssen, ist die Millionenauszahlung an Zumwinkel ein Schlag ins Gesicht."

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx